Verfahren am Bonner Landgericht Cum-ex-Prozess gegen Christian Olearius vor Einstellung

Bonn · Der Bankier Christian Olearius gehört zu den Cum-ex-Beschuldigten. Wegen seiner Gesundheit könnte das Verfahren am Bonner Landgericht aber schon bald enden.

 Der Angeklagte Christian Olearius (2.v.l) steht zwischen seinen Anwälten Peter Gauweiler (v.l.), Rudolf Hübner und Bernd Schünemann im Herbst 2023.

Der Angeklagte Christian Olearius (2.v.l) steht zwischen seinen Anwälten Peter Gauweiler (v.l.), Rudolf Hübner und Bernd Schünemann im Herbst 2023.

Foto: dpa/Thomas Banneyer

Ziemlich genau drei Monate ist es her, dass Christian Olearius zum letzten Mal auf der Anklagebank des Bonner Landgerichts saß. An diesem Donnerstag nahm er erneut im altehrwürdigen ehemaligen Schwurgerichtssaal vor den Richtern der 13. Großen Strafkammer unter dem Vorsitz von Richterin Marion Slota-Haaf Platz – allerdings nur für rund eine Dreiviertelstunde. Die Gesundheit des ehemaligen Hamburger Bankiers ist angeschlagen, das geht aus einem rechtsmedizinischen Gutachten der Universitätsklinik Köln hervor. In der Verhandlungspause im Mai hatten Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf Wunsch von Olearius' Anwalt Peter Gauweiler mehrere nicht öffentliche Rechtsgespräche geführt, die sich schwerpunktmäßig um die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten drehten. Die Tatsache, dass Olearius auch in Zukunft höchstens 45 Minuten in Bonn auf der Anklagebank sitzen darf, stellt wahrscheinlich ein Prozesshindernis dar und könnte schon bald dazu führen, dass die Kammer im Rahmen eines Prozessurteils die Einstellung des Verfahrens verkündet. Olearius würde dann keine Strafe mehr drohen.