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Bessere Verständlichkeit: Deutsche Bahn sucht neue Ansage-Stimme

Bessere Verständlichkeit : Deutsche Bahn sucht neue Ansage-Stimme

Die deutsche Bahn möchte ihr Ansagen-System erneuern. Aktuell wird ein neuer Sprecher gecastet. Doch die Texte werden nicht nur neu eingesprochen. Auch die Technik dahinter soll erneuert werden.

"Unser nächster Halt ist Bonn Hauptbahnhof. Der Ausstieg in Fahrtrichtung rechts." oder "Auf Gleis eins fährt jetzt der RE5 nach Koblenz ein", die Ansagen auf Bahnhöfen und in Zügen sind Reisenden bekannt. Doch die ganze Ansage versteht man nicht immer. Rollt gerade ein anderer Zug auf dem Nachbargleis ein oder fährt ein Güterzug durch, verstehen die Reisenden nur wenig.

Die Deutsche Bahn will dagegen jetzt vorgehen. Aber einfach die Lautstärke zu erhöhen, reicht nicht, erklärt Katharina Junge von der Bahn gegenüber dem GA: "Die Stimme muss auch durchdringend sein." Deshalb geht es in den Praxistest. Zusammen mit einer Agentur hat die Bahn Sprecher gecastet. Wichtig dabei, neben der Stimme selbst, ist die die Langzeit-Verfügbarkeit des Sprechers. Falls im Nachhinein noch einzelne Silben und Wörter neu eingesprochen werden müssen, wird der Sprecher nochmal benötigt.

Aufnahmen werden Monate dauern

Eine Vorauswahl der ausgewählten Sprecher befindet sich jetzt im Härtetest. Einer Jury aus Bahn-Mitarbeitern und Mitgliedern des Kundenbeirats werden die Stimmen vorgespielt - unter unterschiedlichen Bedingungen. Die Aufsprecher werden nämlich mit unterschiedlichem Lärm gemischt, um so einen belebten Bahnhof simulieren zu können.

Die Chefs der Bahn entscheiden noch in diesem Jahr über die neue Konzern-Stimme. Im nächsten Jahr soll es dann für Tonaufnahmen ins Studio gehen. Diese sind so aufwendig, dass sie wohl Monate dauern werden, sagte Karsten Wehde von der Bahn.

Das neue Einsprechen der Ansagen nutzt die Bahn zu einer technischen Änderung. Es werden nur Silben eingesprochen, die von Computern zu beliebigen Wörtern zusammengefügt werden können. So kann flexibler auf Störungen reagiert werden, aktuell umfasst die Datenbank nämlich nur ganze Wörter die aufgenommen wurden.

(Mit Material von dpa)