Equal Care Day Was Kinderarmut mit Sorgearbeit zu tun hat

Bonn · In Deutschland gilt jedes fünfte Kind als arm. Experten sehen als Grund unter anderem unterfinanzierte soziale Berufe und kostenlose Hausarbeit. Eine Bonner Initiative will mit Veranstaltungen auf diese Probleme hinweisen.

Bei der Bekämpfung von Kinderarmut muss auch die ungleiche Care-Arbeit bekämpft werden.

Bei der Bekämpfung von Kinderarmut muss auch die ungleiche Care-Arbeit bekämpft werden.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Knapp 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland armutsgefährdet. In anderen Worten: „Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt als arm“, so das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Laut des Statistischen Bundesamtes sind vor allem Kinder gefährdet, deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss haben und somit häufig weniger Geld verdienen. Sascha Verlan, Mitgründer der Bonner Initiative „Equal Care“, sieht noch einen weiteren Zusammenhang: Unterfinanzierte Care-Arbeit, also Sorgearbeit, führe ebenso zu Kinderarmut. Zu Sorgearbeit gehört neben der unbezahlten Hausarbeit, Pflege von Angehörigen auch schlecht bezahlte soziale Berufe wie Pflegekräfte und Erzieher. Ein Fallbeispiel: Eine alleinerziehende Mutter kann keiner bezahlten Tätigkeit nachgehen, weil es für ihr Kind aufgrund des Erziehermangels keinen Betreuungsplatz gibt. Und schon besteht ein Armutsrisiko.