Start-ups Immer mehr „Einhörner“ in Deutschland

Düsseldorf · In den vergangenen Wochen tauchten plötzlich immer mehr Einhörner auf. Einhörner – so nennt man nicht-börsennotierte Start-ups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Eigentlich gelten sie als seltene Spezies, erst recht in der deutschen Gründerszene.

 Das Münchner Start-up Celonis löste  die Berliner Neobroker Trade Republic als wertvollstes Start-up Deutschlands ab.

Das Münchner Start-up Celonis löste  die Berliner Neobroker Trade Republic als wertvollstes Start-up Deutschlands ab.

Foto: dpa/Christoph Dernbach

Der Mann hatte ein Milliarden-Unternehmen an die Börse gebracht, als er von einem Journalisten des „Spiegel“ gefragt wurde, warum Geschichten wie diese in Deutschland im Vergleich zu den USA so viel seltener seien? Aus Sicht von SAP-Gründer Dietmar Hopp gab es dafür zwei Gründe: Zugang zu Kapital und Gründermentalität. „In Amerika haben es Firmengründer sehr viel leichter“, sagte Hopp. Das war 1995. Mehr als 25 Jahre später ist SAP noch immer das größte deutsche Software-Unternehmen. Ernsthafte Konkurrenz hat es nicht bekommen. Denn während in den USA neu gegründete Technologiekonzerne an den Börsen aufstiegen, erneuerte sich die deutsche Wirtschaft nur langsam: Im Leitindex Dax dominieren bis heute oftmals 100 Jahre alte Konzerne aus recht klassischen Industrien.