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Safer Internet Day: Ministerin Barley verspricht mehr Sicherheit im Netz

Safer Internet Day : Ministerin Barley verspricht mehr Sicherheit im Netz

Der groß angelegte Datenklau bei Politikern und anderen Prominenten kurz vor Weihnachten hat das Thema Datensicherheit noch einmal befeuert. Jetzt kündigt Bundesjustizministerin Barley zum „Safer Internet Day“ eine strengere Kontrolle der Digitalindustrie an.

Die Welt wird immer digitaler – doch zugleich erscheint die digitale Welt immer unsicherer. Damit die Deutschen einerseits in der modernen Zeit mit dabei sind, sich dabei aber andererseits keinen großen Gefahren aussetzen, will die Bundesregierung die Anbieter digitaler Dienste strenger kontrollieren.

Das betrifft auch die vorderste Front der Entwicklung: das Bezahlen mit dem Handy, das schon bald alltäglich werden soll. „Wir als Bundesregierung stehen all dem aufgeschlossen gegenüber“, sagte Verbraucherschutzministerin Katarina Barley am Dienstag in Berlin auf einer Konferenz zum „Safer Internet Day“. „Wir legen aber auch Wert darauf, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher geschützt sind.“ Der groß angelegte Datenklau bei Politikern und anderen Prominenten kurz vor Weihnachten hat das Thema Datensicherheit noch einmal befeuert. „Das Datenleck im Dezember hat dazu geführt, dass das Thema Authentifizierung viel Aufmerksamkeit erhält“, sagte Barley.

Gemeint sind damit sicherere Methoden zur Anmeldung bei Diensten wie Facebook oder Office 365 von Microsoft. Nun kursiert eine ganze Reihe Pläne, um die Anbieter und die Verbraucher zu mehr Sicherheit zu zwingen. Von der Aktion betroffene Abgeordnete der Grünen fordern bereits eine Pflicht dazu, neben Benutzername und Passwort ein weiteres Sicherheitsmerkmal zur Pflicht zu machen. Das ist meist ein Code, der per App oder SMS aus dem Handy kommt.

Gütesiegel für IT-Sicherheit

Barley plant eine Pflicht zu Aktualisierungen für sämtliche Software. Das soll Sicherheitslücken schließen, bevor Hacker sie ausnutzen können. Mangelnde Sicherheit von Programmen soll nach den Vorstellungen der Ministerin künftig als Produktfehler gelten, für den die Kunden ein Recht auf Entschädigung haben. Um ihre Rechte gegenüber den Herstellern besser durchsetzen zu können, sollen die Bürger von einem „neuen Klagerecht“ Gebrauch machen können. Barley will gegen die Hacker also vor allem die Justiz in Stellung bringen. Ihr schwebt zudem die Schaffung einer neuen Datensicherheitsbehörde vor.

Zahlreiche Programmierer und Nutzer würden die Salve neuer staatlicher Regeln und Vorgaben sicher nervig finden. Die Anwender stöhnen schließlich schon heute über die vielen Updates, die PCs und Tablets oft zur Unzeit blockieren. Doch die Ideen der Update-Pflicht findet durchaus die Unterstützung der Digitalwirtschaft.

Zu den aktuellen Plänen des Verbraucherschutzministeriums gehört auch ein Gütesiegel für IT-Sicherheit. Auf europäischer Ebene eingeführt, könnte daran Software erkennbar sei, die verantwortungsvoll mit Daten umgeht. Doch zugleich musste die Ministerin zugeben, dass sie den Umgang der multinationalen Konzerne wie Google und Alibaba mit Daten nicht komplett kontrollieren kann. „Es liegt im Interesse der Unternehmen, möglichst viele Daten zu sammeln“, sagte Barley. Die Verbraucher teilten dieses Interesse nicht. Immerhin: „Die europäische Datenschutzgrundverordnung ist ein scharfes Schwert.“