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Pakete: DHL ändert Paketzustellung - Zusteller klingelt seltener

Der Bote muss nicht mehr in jedem Fall klingeln : DHL ändert Paketzustellung

Die Deutsche Post DHL Group ändert ihr Zustellungsverfahren für Pakete. Das führt dazu, dass der Zusteller in bestimmten Fällen nicht mehr an der Tür klingeln muss.

Schon seit Längerem haben die DHL-Kunden die Möglichkeit, einen Ablageort zu bestimmen, falls sie nicht anzutreffen sind.  So landet das Paket nicht in einer Filiale, falls die Empfänger nicht Zuhause sind. Stattdessen kann der Empfänger oder die Empfängerin vorab angeben, dass der Bote das Paket an einem bestimmten Ort im Haus hinterlegen soll – zum Beispiel in der Garage, unter dem Vordach oder auf der Terrasse.

Wurde diese Vereinbarung nicht nur für ein Paket gemacht, ist der sogenannte Ablagevertrag auch für die weiteren Lieferungen gültig. Bisher mussten Paketboten dennoch zunächst klingeln, um die Lieferung möglichst persönlich zuzustellen. Mit der neuen Regelung entfällt diese Anweisung. Die Boten müssen nicht überprüfen, ob jemand zu Hause ist. Die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Post fand im November 2020 statt und tritt im Juli 2021 in Kraft.

Dort hat DHL Folgendes festgelegt: Kleinere (passende) Sendungen dürfen in den Hausbriefkasten eingeworfen werden. Größere Sendungen, die nicht in den Hausbriefkasten passen, sollen in der Regel ohne den Versuch einer persönlichen Übergabe an einen Empfangsberechtigten („ohne Klingeln“) an einer im Ablageort-Auftrag vom Kunden genannten Stelle abgelegt werden (Ablagestelle, das sind zum Beispiel Garage, Paketkasten, Paketkastenanlage, Empfangsbox). Diese Ablagestelle soll sich in der Regel auf dem Grundstück des Kunden befinden, trocken und wettergeschützt, für Dritte nicht einsehbar und für den Zusteller frei zugänglich sein.

Kunden erhalten Schreiben von DHL

Das neue Zustellverfahren geht aus einem Schreiben von DHL hervor. „Künftig stellen wir ein für Sie bestimmtes Paket direkt an Ihrem Ablageort zu – ohne den Versuch der persönlichen Zustellung an der Haustür", heißt es darin. DHL wirbt damit, dass dieses Vorgehen einen ungestörten Empfang der Sendung bedeutet. Über die erfolgreiche Zustellung am vereinbarten Ort werde die Kundschaft wie bisher mit einer Karte im Briefkasten oder einer E-Mail informiert. Der Verzicht auf das Klingeln betrifft demzufolge ausschließlich DHL-Kunden, die eine Ablagevereinbarung getroffen haben. Kunden sind per Brief informiert worden. Es ist überschrieben mit: „Vereinfachung der Zustellung im Rahmen Ihrer Ablagevereinbarung“.

Wenn ein Kunde weiterhin möchte, dass der Paketzusteller beim ihm klingelt, so kann er das DHL auf drei verschiedene Arten mitteilen. Er kann sich unter dhl.de/registrieren eintragen. Hier kann er den Ablageort digital eingeben und ein Häkchen beim Punkt „Der Zusteller soll vor der Zustellung klingeln“ setzen. So können diejenigen, die Zuhause sind, das Paket direkt annehmen. Auch im Haushalt wohnende Familienmitglieder oder Mitbewohner können so registriert werden. Alternativ können Kunden ein Online-Formular unter dhl.de/ablageort-ohne-klingeln ausfüllen oder sich schriftlich an die Post werden.

Wer sich gegen die neue Service-Leistung entscheidet, dem werden die Pakete nach wie vor bis zur Haustür geliefert und auch nur dann abgegeben, wenn der Kunde da ist, um sie anzunehmen.

Änderung der Haftung

Die Paketzustellung sorgt regelmäßig auch in Bonn für Ärger, weil Kunden klagen, dass Sendungen nicht ankommen. Empfänger sollten beachten, dass mit der Ablage am vereinbarten Ort die Haftung für das Paket auf sie übergeht.

Schon jetzt brauchen DHL-Zusteller bei vielen Paketen nicht zu klingeln. Dabei geht es um Pakete mit Nachnahme-Zahlungen oder Post-Ident-Verfahren. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es den Zustellern überlassen, ob sie diese dem Kunden direkt zustellen und sich dem Kundenkontakt aussetzen wollen. Wollen sie das nicht, können sie das Paket in die nächste geeignete Filiale bringen. Dort lassen sich aus Sicht von DHL die Hygienemaßnahmen besser einhalten.

Wer sich für die Bestimmung eines Ablageortes entscheidet, hat die Möglichkeit, eine weitere Dienstleistung zu nutzen: Er kann dort auch ausreichend frankierte Pakete und Päckchen am Ablageort zur Abholung durch DHL bereitstellen, indem er das Retourenlabel oder die Versandmarke aufklebt und DHL über die Internetplattform einen Abholauftrag erteilt.

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