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Kommentar zur Lufthansa: Politischer Kompromiss

Kommentar zur Lufthansa : Politischer Kompromiss

Die Bundesregierung und die Lufthansa haben sich auf ein Rettungspaket geeinigt. Jetzt muss der Lufthansa-Vorstand noch zustimmen. Es handelt sich um einen politischen Kompromiss, kommentiert GA-Korrespondentin Brigitte Scholtes.

Nach einigen Wirren kann die Lufthansa nun aufatmen. Sie erhält das so dringend benötigte Geld des Staats – sofern die weiteren Gremien dem Paket zustimmen. Die Konditionen sind streng, aber der befürchtete zu starke Staatseinfluss auf das operative Geschäft konnte aus Lufthansa-Sicht dann doch vermieden werden. Denn die Bundesregierung will nun Wirtschaftsvertreter in das Kontrollgremium entsenden. Damit muss die Kranichlinie nicht fürchten, dass ihr bestimmte Strecken vorgeschrieben werden oder sie gezwungen wird, nun auch Berlin noch zum Knotenpunkt zu machen. Damit ist dieses Paket ein politischer Kompromiss, der für Lufthansa jedoch finanztechnisch teuer ist. Denn die vereinbarten Zinsen sind üppig, und der Staat kommt billig an die Anteilsscheine des Unternehmens.

Dass die Lufthansa nun stärker bei der Flottenerneuerung auf den Klimaschutz achten muss, ist ein gutes Signal. So muss sie ihr Programm noch ehrgeiziger gestalten. Doch noch ist der Deal nicht ganz durch, die Genehmigung durch die EU-Kommission ist kein Selbstläufer. Sollte die an ihrer Forderung festhalten, die Lufthansa müsse an ihren Drehkreuzen in Frankfurt und München Start- und Landerechte abgeben, dann könnte es noch einmal kritisch werden.

Da kann man nur auf Einsicht in Brüssel hoffen. Und schließlich sollte die Kranichlinie künftig auch mit ihren Arbeitnehmern pfleglich umgehen. Denn die sollten die unverschuldete Krise am Ende nicht ausbaden müssen.