1. News
  2. Wirtschaft
  3. Überregional

Pool zuhause: Baden im eigenen Garten boomt

Baden im Garten boomt : Das muss man beim Pool im eigenen Garten beachten

Verbraucher entdecken den Pool im eigenen Garten für sich. Lärm sorgt dabei immer wieder für Zwist unter Nachbarn. Dabei ist vieles rechtlich geregelt.

Immer mehr Deutsche planschen oder schwimmen im privaten Bad daheim im Garten. Schon ab 100 Euro werden sie ihr eigener Bademeister. Corona hat die Nachfrage im Frühjahr explodieren lassen. Das Preisvergleichsportal billiger.de beobachtete im Mai einen Anstieg um 2900 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Danach beruhigte sich die Lage wieder, um jetzt wieder zuzulegen.

Schon vor der Corona-Krise fand das Baden im eigenen Garten immer Anhänger. Der Bundesverband Schwimmbad und Wellness (BSW) geht von rund 1,2 Millionen verkaufter „Pickup Pools“ aus. Das sind Planschbecken mit weniger als einem Meter Wassertiefe und einem Preis von unter 1500 Euro. Dazu kommen noch rund 790.000 ausgewachsene Pools, die entweder in den Boden eingelassen oder aufgestellt werden. „Die Leute investieren in Betongold“, sagt BSW-Sprecher Dieter Rangol.

Grundsätzlich kann sich jeder Gartenbesitzer ein privates Schwimmbad einrichten, jedenfalls wenn es sich um ein Planschbecken oder einen Aufstellpool handelt, also keine Erdarbeiten notwendig sind. Gleiches gilt eingeschränkt für Mieter mit einem eigenen zur Wohnung gehörenden Garten.

Hier gilt ein Planschbecken als unproblematisch, ein größerer Pool sollte mit dem Vermieter abgesprochen werden. Bei Eigentümergemeinschaften ist die Lage nicht eindeutig. Die Zustimmung aller anderen Wohnungsbesitzer ist ratsam. Denn wenn ein zu großer Pool eine optisch nachteilige oder unzulässige Veränderung bewirkt, muss er schlimmstenfalls wieder abgebaut werden.

Pool-Auflagen sind in den Bundesländern unterschiedlich

Wie groß ein Pool sein darf, um ohne behördliche Genehmigung aufgestellt werden darf, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Der durchschnittliche verkaufte Pool misst laut BSW vier mal acht Meter und ist 1,50 tief. Die sich daraus ergebene Füllmenge von 48 Kubikmetern ist Rangol zufolge überall genehmigungsfrei. Anders sieht es bei fest in den Boden eingebauten Anlagen aus. Hier raten Fachleute zu einer frühzeitigen Anfrage beim örtlichen Bauamt, ob der Bau genehmigt und was dabei beachtet werden muss.

Doch des einen Freud ist mitunter des anderen Leid. Da betrifft vor allem den Lärm, der mit ausgelassenen Wasserspielen verbunden ist. Bei Übertreibungen ist Streit mit den Nachbarn vorprogrammiert. Miteinander reden ist der beste Weg, einen Kompromiss über die Nutzung des Planschbeckens oder auch eines Whirlpools zu erzielen. Ansonsten wird es kompliziert. Bei einer unwesentlichen Beeinträchtigung müssen Nachbarn Lärm hinnehmen.

Diesen Rechtsbegriff wenden Gerichte an, wenn die Geräuschentwicklung innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegt, die in der Verwaltungsvorschrift TA Lärm festgeschrieben sind. Danach gelten in einem reinen Wohngebiet tagsüber eine Belastung von 50 Dezibel, nachts von 35 Dezibel als unbedenklich. Dazu kommen regional unterschiedliche generelle Ruhezeiten, meist zwischen 22 und 6 Uhr morgens sowie in den Mittagsstunden. Können sich Nachbarn nicht gütlich einigen, bleibt nur die Klage.