Kommentar zum Weltwirtschaftsforum in Davos Taten müssen folgen

Meinung · Es klingt nach vertauschten Rollen: Der chinesische Präsident plädiert für freien Handel, und der künftige US-Präsident will die heimische Wirtschaft mit Strafzöllen abschotten und internationale Handelsabkommen aufkündigen.

Chinas Präsident Xi Jinping lächelt während des 47. Treffens des World Economic Forum (WEF) in Davos.

Chinas Präsident Xi Jinping lächelt während des 47. Treffens des World Economic Forum (WEF) in Davos.

Foto: dpa

Für China ist es eine riesige Chance, dass die USA den Platz als wichtiger Globalisierungsbefürworter gerade aufgeben. Das Image des Landes als Handels- und Investitionsstandort ist derzeit schlecht.

China gilt bisher nicht gerade als Verfechter der freien Weltwirtschaft. Es gibt Investitionshemmnisse und Ideenklau. Heimische Produkte werden zu staatlich subventionierten Dumpingpreisen in den Weltmarkt gedrückt. Das Bonner Unternehmen Solarworld kann davon ein Lied singen, was passiert, wenn chinesische Überproduktion zu Niedrigstpreisen den Weltmarkt flutet.

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping wird sich jetzt an seinen starken Worten in Davos messen lassen müssen. Mehr Offenheit für ausländische Investitionen und das Achten von Patenten wären wichtige Schritte, um im internationalen Handelskonzert ernster genommen zu werden. Ausländische Investoren beklagen ein unberechenbares gesetzgeberisches Umfeld, „behördliche Probleme und die willkürliche Umsetzung von Vorschriften“ als wichtige Investitionshemmnisse. Wenn sich diese Lage bessert, wird die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Chinas zu weiterer Blüte kommen.

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