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Umweltfreundliche Kassenbons bei Edeka: Deshalb sind die Zettel jetzt blau

Umweltfreundliche Bons bei Edeka & Co : Deshalb sind jetzt viele Kassenzettel blau

Die Kassenzettel bei Edeka und Netto sehen plötzlich anders aus: blau-gräulich anstatt strahlend weiß. Der Edeka-Verbund hat umweltfreundliches Thermopapier für seine Kassenbons eingeführt. Der neue Bon soll auch die Gesundheit der Verbraucher schützen.

Die Kassenbonpflicht hat Anfang des Jahres für große Diskussionen und viel Kritik gesorgt. Seit dem 1. Januar müssen Einzelhändler für jeden Kauf einen Kassenbon ausdrucken, und sei es auch nur eine Transaktion über wenige Cent. Einige Einzelhändler haben deshalb nach Möglichkeiten gesucht, die damit verbundene Umweltbelastung zu reduzieren - darunter der Edeka-Verbund.

Bei Edeka und dem Netto Marken-Discount, der zum Edeka-Verbund gehört, sowie vereinzelt kleineren Einzelhändlern sind die Bons seit einiger Zeit nicht mehr strahlend weiß, sondern gräulich-blau. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilt, handelt es sich bei den neuen Kassenrollenpapier um das umweltfreundliche, FSC-zertifizierte Thermopapier mit der Bezeichnung „Blue4est®“. Dieses benutze zwar auch Wärme, um auf der Kassenrolle das Schriftbild erscheinen zu lassen, allerdings liege dem Prozess „eine rein physikalische und keine chemische Reaktion zugrunde“, erklärt der Edeka-Verbund.

Es werden also keinerlei Chemikalien für die Farbentwicklung verwendet, weshalb die neuen Bons sogar im Altpapier entsorgt und recycelt werden könnten. Der direkte Kontakt mit dem Papier sei laut Edeka unbedenklich - im Gegensatz zu herkömmlichen Bons, die mit der schädlichen Chemikalie Bisphenol A (BPA) behandelt sind.

Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS) gelten als gesundheitsschädlich

Bisher wurde bei üblichem Thermopapier die Chemikalie Bisphenol A (BPA) eingesetzt, um die Kassenbons langlebiger zu machen. Laut Naturschutzbund (NABU) gelangt BPA bei Hautkontakt in den Körper und kann Auslöser für hormonell bedingte Erkrankungen sein. Die EU hat das Verbot von Bisphenol A in Thermopapier im Juli 2016 beschlossen. Seit Anfang 2020 darf es nicht mehr in Kassenzetteln verwendet werden. Viele Einzelhändler sind deshalb auf Bisphenol S (BPS) umgestiegen, doch auch diese Chemikalie wird vom NABU als gesundheitsschädlich eingeschätzt.

Der neue Kassenzettel aus umweltfreundlichem Thermopapier ist laut Edeka-Verbund trotz des Verzichts auf Chemikalien langlebiger als üblich. „Die neuen Kassenbons verblassen auch nicht mehr, wenn sie Licht oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden“, heißt es. Seit Anfang 2020 sollen sie nach und nach deutschlandweit eingeführt werden. „Wir als Großhandlung bieten den Kaufleuten in der Region Rhein-Ruhr mittlerweile ausschließlich die umweltfreundlichen Kassenbons an“, erklärt Simone Erkens von der Unternehmenskommunikation auf Anfrage. Aufgrund der genossenschaftlichen Struktur könnte Edeka aber nicht zu hundert Prozent ausschließen, dass noch Restbestände verbraucht werden oder Papier anderer Lieferanten im Einsatz ist.