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Versprechen der Deutschen Telekom und der Deutschen Bahn: Ausbau des Mobilfunknetzes

Funklöcher im Zug sollen Vergangenheit sein : Telekom und Bahn versprechen lückenloses Mobilfunknetz entlang der Schiene

Die Deutsche Telekom und die Deutsche Bahn versprechen ein lückenloses Mobilfunknetz entlang der Schiene. Die Hauptstrecken sollen bis Ende 2024 versorgt sein.

Gesprächsabbrüche im Zug sollen bald der Vergangenheit angehören. Die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom wollen den Handyempfang im Zug verbessern. Für Reisende, die das Mobilfunknetz der Telekom nutzen, soll es spätestens 2026 entlang der Schienenstrecken im Fern- und im Regionalverkehr keine Versorgungslücken mehr geben.

„Für unsere Kunden sind die Züge nicht nur ein Transportmittel, sie sind Büro, Konferenzraum, und Entspannungsort zugleich“,   sagte Bahn-Chef Richard Lutz. Dafür forderten die Fahrgäste zu Recht ein lückenloses Mobilfunknetz ein. Jetzt würden die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Hauptstrecken bis Ende 2024 versorgen

Gemeinsam investieren beide Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag, um diese Ziele umzusetzen. Das Streckennetz der Deutsche Bahn umfasst insgesamt 33.400 Kilometer. Davon sind 7800 Kilometer Hauptverkehrsstrecken, auf denen alle ICE- und die wichtigsten IC-Züge fahren. Diese Strecken will die Telekom bis Ende 2024 mit einer Datenrate von mehr als 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) versorgen. Auf weiteren 13.800 Kilometern fahrgaststarker Strecken, auf denen pro Tag mehr als 2000 Fahrgäste unterwegs sind, will die Telekom bis Ende 2025 ebenfalls eine Datenrate von mehr als 200 Mbit/s anbieten. Alle sonstigen Strecken will das Bonner Unternehmen bis Ende 2026 mit einer Datenrate von mehr als 100 Mbit/s versorgen. Auf einigen Regionalstrecken würden Fahrgäste anschließend zum ersten Mal überhaupt Empfang haben, so die Telekom.

5000 Kilometer des Schienennetzes liegen nicht in der Hand der Bahn, sondern bei Wettbewerbern. Telekom-Chef Timotheus Höttges sagte, sein Unternehmen werde sich bemühen, auch mit diesen Anbietern Vereinbarungen zu treffen. Der Ausbau des Mobilfunks entlang der Schiene in Deutschland sei im Vergleich zu Ländern wie Österreich und der Schweiz schlechter. Dafür seien auch die Dauer von Genehmigungsverfahren bei neuen Mobilfunkstationen verantwortlich. Inzwischen habe sich aber durch die jüngste Reform des Telekommunikationsgesetzes und andere Rahmenbedingungen das Klima für Investitionen verbessert. „Ich räume ein, dass wir spät dran sind. Und dass wir künftig besser sein werden, das garantiere ich.“

Mehr Mobilfunkmasten

Die Telekom wird in den kommenden Jahren rund 800 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb nehmen sowie die Kapazität an mehreren hundert Standorten erweitern, um das Netz entlang der Bahnstrecken zu verbessern. Die Bahn arbeitet außerdem daran, dass Mobilfunksignale besser in den Innenraum der Züge kommen. Sie investiert in Repeater, mit denen das Funksignal aus der Umgebung in die Züge gebracht wird.

Auch die anderen Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland, Vodafone, Telefonica und 1&1 Drillisch, haben sich bereits durch die 5G-Frequenzauktion zu einer Verbesserung des Netzes entlang der Schienen verpflichtet. Lutz sagte, Gespräche mit anderen Netzbetreibern liefen. Er sei zuversichtlich, dass „wir mit anderen Betreibern zu Lösungen kommen, die über die Versorgungsauflagen hinausgehen“.

Vodafone kündigte am Mittwoch an, bis 2024 Mobilfunkstationen für alle Tunnel des Schienennetzes zu bauen. Außerdem sollen 360 Funklöcher an Bahnstrecken gestopft werden. Daneben erhöht das Unternehmen an 6000 Mobilfunkstationen entlang des gesamten Schienennetzes der Bahn Bandbreite und Netz-Kapazität.