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Vorschlag von IG-Metall-Chef: NRW-Arbeitgeber sehen Vier-Tage-Woche kritisch

Vorschlag von IG Metall-Chef Jörg Hofmann : NRW-Arbeitgeber sehen Vier-Tage-Woche kritisch

Die IG Metall will als Antwort auf die Corona-Krise Betrieben eine Vier-Tage-Woche ermöglichen. Gestritten wird nun um den Lohnausgleich und Alternativen. Die Kanzlerin ist für die Verlängerung beim Kurzarbeitergeld.

Die Arbeitergeber in NRW reagieren verhalten auf den Vorschlag von IG Metall-Chef Jörg Hofmann, der eine Vier-Tage-Woche vorgeschlagen hat. „Herr Hofmann hat den Ernst der Lage in der Metall- und Elektroindustrie erkannt“, sagte Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer von Metall NRW. Er betonte aber auch: „Der Flächentarif bietet heute schon viele Möglichkeiten. Weitere Hilfen für Betriebe und Beschäftigte muss man mit der Gewerkschaft diskutieren. Die Arbeitszeitverkürzung ist aber sicher kein Allheilmittel.“ IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ eine Vier-Tage-Woche ins Gespräch gebracht.

Unternehmen wie Daimler und Bosch vereinbarten gerade kürzere Arbeitszeiten. Künftig solle allen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie dieser Weg offenstehen, so Hofmann.

Merkel sieht Verlängerung beim ­Kurzarbeitergeld­ positiv

Die Gewerkschaft sieht in der Metallbranche 300 000 Jobs bedroht. Der Druck auf die Unternehmen steigt, ihre Personalkosten zu senken. Viele nutzen bereits das Kurzarbeitergeld. Nun will die Bundesregierung die Bezugsdauer verlängern. Kanzlerin Angela Merkel stehe Vorschlägen, die Bezugsdauer auf 24 Monate zu verlängern, „grundsätzlich positiv“ gegenüber, sagte ihr Sprecher. Eigentlich läuft die Lohnersatzleistung nur zwölf Monate, wegen der Corona-Krise sind es aktuell bis zu 21 Monate. Kurzarbeit sei dafür da, den Konjunktureinbruch abzufedern, sagt der IG Metall-Chef. „Die Vier-Tage-Woche wäre die Antwort auf den Strukturwandel in Branchen wie der Autoindustrie.“

Konkret schlug er vor, in der nächsten Tarifrunde eine Vier-Tage-Woche als Option für Betriebe einzuführen. „Mit einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten, damit es sich die Mitarbeiter leisten können“, so Hofmann.

Mit der Vier-Tage-Woche hatten IG Metall und Volkswagen 1993 Furore gemacht. Damals drohte der Konzern, 30.000 Beschäftigte zu entlassen. Man einigte sich auf eine Senkung der Arbeitszeit von 36 Stunden auf 28,8 Stunden. Im Gegenzug wurden die Einkommen um zehn Prozent abgesenkt und eine Job-Garantie vereinbart. 2018 hatte die IG Metall in der Branche eine 28-Stunden-Woche für zwei Jahre durchgesetzt. Die Mitarbeiter konnten als Ausgleich acht freie Tage zusätzlich bekommen. Der Lohnausgleich ist auch jetzt der Knackpunkt. Die Arbeitgeberverbände lehnt den Vorstoß als zu teuer ab.