Kommentar zum Bitcoin-Halving Vorsicht und Skepsis

Meinung | Frankfurt · Das Angebot neu geschöpfter Bitcoins wird am Samstag halbiert. Was bedeutet das für die Währung?

 Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch. Die digitale Währung gibt es seit 2009.

Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch. Die digitale Währung gibt es seit 2009.

Foto: dpa/Hannes P Albert

Bitcoin ist ein Programmcode, der als fälschungssicher gilt. Denn alle Transaktionen sind in der Blockchain aufbewahrt und auf Rechner von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Netzwerkes verteilt. Wer dieses System hacken will muss gleichzeitig einen Angriff auf über 50 Prozent aller Rechner starten. Das ist eines der herausragenden Merkmale des Bitcoins. Das Halving ist Teil dieses Codes: In nur zwei Zeilen steht festgeschrieben, dass die Belohnung für das Anfügen eines Blockes in die Kette regelmäßig halbiert wird. Das System führt zu einer absoluten Obergrenze von 21 Millionen Bitcoins, sodass die digitale Währung tendenziell deflationären Charakter hat. Und das wiederum führt zu Spekulationen, ob der Kurs des Bitcoins nach dem Halving nicht ansteigen sollte. Könnte er.

Doch sind Vorsicht und Skepsis geboten. Denn zum einen haben sich die Kurse von Kryptocoins in den vergangenen Wochen und Monaten auf Rekordniveau hochgeschraubt. Da dürfte ein Gutteil des Halving bereits „eingepreist“, also vorweggenommen sein. Zum anderen dürften einige Bitcoinschürfer auch Kasse machen. Denn die Rechenarbeit bleibt mindestens gleich und die damit erforderlichen Energiekosten auch, während die Belohnung sich aber halbiert.

Auch bei vorangegangenen Halvings konnte man beobachten, dass sie zunächst nicht zu steigenden, sondern auch zu fallenden Kursen führten. Auf lange Sicht aber könnte das anders laufen. Nicht nur wegen des deflationären Charakters des wichtigsten Krypto-Coins, sondern auch, weil seit Jahresbeginn
Bitcoins in Form bestimmter Fonds auch an Börsen handelbar sind. Das festigt den ansonsten sehr spekulativen Wert des Bitcoins. Für die Alterssicherung sollte man aber ganz klar auf weniger spekulative Anlagen setzen.

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