Teilchenbeschleuniger des Cern in Genf Wo Bonner Forscher in der Ursuppe des Universums rühren

Exklusiv | Bonn · Mit gewaltigem Aufwand auf der Suche nach den kleinsten Teilchen: Physiker experimentieren seit 70 Jahren am Forschungscenter Cern in Genf mit den subatomaren Bestandteilen der Materie. Mittendrin: Wissenschaftler der Uni Bonn, die mit den riesigen Teilchenbeschleunigern arbeiten und neue Verfahren entwickeln.

Ein sehr besonderes Labor:    Im  Large Hadron Collider (LHC) des Cern gehen subatomare Elementarteilchen auf Kollisionskurs

Ein sehr besonderes Labor: Im Large Hadron Collider (LHC) des Cern gehen subatomare Elementarteilchen auf Kollisionskurs

Foto: picture alliance / dpa/Laurent Gillieron

Früher errichtete man Tempel und Kathedralen, wenn man die Welt nicht (mehr) verstand und Trost im Spirituellen suchte. Aber die Dinge haben sich geändert. Im letzten Jahr baute der italienische Stararchitekt Renzo Piano einen Schlauch. Genau genommen sind es zwei weiße Schläuche und sie liegen aufgeständert beiderseits der Hauptstraße, die von Genf aus ins Dorf Meyrin an der französischen Grenze führt. Science Gateway heißt – verbunden durch eine Glasbrücke – das Ganze und ist ein beeindruckendes Kuriositätenkabinett des Universums. Das neue Besucherzentrum am europäischen Kernforschungszentrum Cern, das seit seiner Eröffnung im letzten Herbst schon 200.000 Besucher anlockte, vermittelt einen Einblick in den Wissensstand heutiger Teilchenphysik. Gäste (nicht nur Schülerinnen und Schüler) können hier mit virtuellen Protonen Fußball spielen, einen Ringtunnel graben oder Riesenmagnete an Seilwinden senkrecht in den viel zu engen Tunnel bugsieren. Das macht Spaß und schlau.