Kuriose Studie Forscher vergleicht Lebenszeit römischer Kaiser mit der von Flugzeugteilen

Atlanta · Es kommt wohl selten vor, dass sich ein Flugzeugingenieur mit der Antike befasst. Joseph Homer Saleh hat das getan – und etwas Erstaunliches entdeckt.

 Stellt man die Lebenserwartung römischer Kaiser grafisch dar, sieht die Kurve laut Joseph Homer Saleh aus wie eine Badewanne.  Bild:   Anja Greiner Adam - stock.adobe

Stellt man die Lebenserwartung römischer Kaiser grafisch dar, sieht die Kurve laut Joseph Homer Saleh aus wie eine Badewanne. Bild:   Anja Greiner Adam - stock.adobe

Foto: Anja Greiner Adam - stock.adobe./ga

Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört die Transferleistung, also die Fähigkeit, Erkenntnisse von einem Fachgebiet in ein anderes zu übertragen. Joseph Homer Saleh kann auf diesem Gebiet durchaus als Meister bezeichnet werden. So hat der Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Hochschule Georgia im gleichnamigen US-Bundesstaat kürzlich einen bemerkenswerten Aufsatz in der wissenschaftlichen Online-Zeitschrift „Palgrave Communications“ veröffentlicht. In diesem berichtet er, wie er mit statistischen Methoden die Überlebenschancen von römischen Kaisern untersucht hat.

Von Augustus (gestorben 14 n. Chr.) bis Theodosius (gestorben 395 n. Chr.) regierten 69 Herrscher das Römische Reich. 62 Prozent (43 Männer) davon seien gewaltsam ums Leben gekommen, so Saleh. Seinen Berechnungen nach war die Regierungszeit aber nicht immer gleich gefährlich. Laut Saleh war demnach das Risiko eines gewaltsamen Todes im ersten Herrscherjahr besonders hoch. Dann flachte es ab und stieg nach dem zwölften Regierungsjahr wieder an. Grafisch dargestellt, beschreibe die Entwicklung eine Kurve, die an eine Badewanne erinnere, so der Ingenieur weiter. Damit aber nicht genug. Laut Saleh erinnert das Muster der Lebenserwartung römischer Herrscher an Erkenntnisse aus der sogenannten technischen Zuverlässigkeit. Diese beschreibt, in welchem Zeitraum mechanische oder elektronische Komponenten von Flugzeugen, Autos, Zügen oder auch Kraftwerken funktionieren. Auch in diesem Bereich gibt es Saleh zufolge eine erhöhte Rate zeitlich früher Ausfälle sowie eine längerfristige Abnutzungszeit. Kann das Zufall sein? Vermutlich ja. Aber vielleicht ergeben sich nun ganz neue Ansätze für die historische Forschung.

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