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Hohe Auszeichnungen für Bonner Wissenschaftler: 4,8 Millionen Euro für zwei Bonner Forscher

Hohe Auszeichnungen für Bonner Wissenschaftler : 4,8 Millionen Euro für zwei Bonner Forscher

Der Europäische Forschungsrat ERC fördert die Professoren Ulf-G. Meißner und Anton Zensus mit zwei seiner begehrten „Advanced Grants“ für Grundlagenforschung.

Es sind erfolgreiche Zeiten für den hiesigen Wissenschaftsstandort. Zwei Bonner Spitzenforscher, Ulf-G. Meißner, Professor für Theoretische Physik an der Uni Bonn, und Professor Anton Zensus, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie, erhalten jeweils einen begehrten Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Der ist eine von der EU vor 14 Jahren gegründete Institution zur Finanzierung herausragender Grundlagenforschung.

Ulf-G. Meißner: Atomkerne und Elementarteilchen

Professor Ulf-G. Meißner vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Uni Bonn möchte unter anderem folgende Fragen erforschen: Was passiert, wenn „seltsame Quarks“ (eine Sorte von Elementarteilchen)  in Atomkerne eingefügt werden? Welche „bewohnbaren“ Universen sind theoretisch möglich? Dieses Vorhaben, an dem sich auch das Forschungszentrum Jülich (an dem Meißner ebenfalls tätig ist) beteiligt, fördert der ERC durch diese Auszeichnung mit rund 2,3 Millionen Euro.

Die Masse der Materie im Universum besteht zu mehr als 99,9 Prozent aus Atomkernen. Die chemischen Elemente unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zahl an Protonen und Neutronen in ihren Kernen. Wie viele Protonen und Neutronen können einem Atomkern hinzugefügt werden, bis er instabil wird? Wie stark kann man die fundamentalen Parameter der starken Wechselwirkung ändern, um noch hinreichend viele Elemente zu produzieren, die relevant für das Leben und ein „bewohnbares” Universum sind?

Solchen theoretischen Fragen mit großen Auswirkungen auf das Verständnis der Stabilität unseres Universums widmet sich Meißner in dem nun geförderten Projekt EXOTIC (Emergent Complexity from Strong Interactions). Meißner ist auch in Sachen „Auszeichnungen“ ein absoluter Profi. Schon zuvor erhielt er den Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, den Distinguished Scientist Award der Chinese Academy of Sciences und den Ehrendoktor der Iwane-Dschawachischwili-Universität in Tiflis (Georgien).

 Ausgezeichnet: Professor Anton Zensus.
Ausgezeichnet: Professor Anton Zensus. Foto: Silvia Steinbach, MPIfR

Anton Zensus: Schwarze Löcher und Magnetfelder

Einen weiteren Advanced Grant hat der ERC auch dem Bonner Astrophysiker Professor Anton Zensus zuerkannt, der am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Endenich forscht. Er erhält 2,5 Millionen Euro für sein Projekt M2FINDERS: Es strebt an, die bisherigen technischen und radioastronomischen Methoden zur Beobachtung von Schwarzen Löchern so weiterzuentwickeln, dass in Zukunft auch die Magnetfelder in ihrer Umgebung von Schwarzen Löchern präzise kartiert werden können.

„Diese Region ist von zentraler Bedeutung, denn sie spiegelt die fundamentale Physik eines Schwarzen Lochs wider“, sagt Zensus. „Erfahren wir mehr über diese Region, werden wir erklären können, wie die bereits beobachteten Plasmaausflüsse, auch Jets genannt, entstehen. Verstehen wir, wie sich Magnetfelder in der unmittelbaren Umgebung eines Schwarzen Loches verhalten, dann haben wir eine Erklärung dafür gefunden, wie das Schwarze Loch diese Jets antreibt. Gleichzeitig werden wir einige alternative Erklärungen von Schwarzen Löchern ausschließen können.“

(wkm/piw)