Fachhochschule für Oekonomie und Management Arbeiten und studieren

BONN · Die Fachhochschule für Oekonomie und Management im Bonner Bogen boomt. Mittlerweile sind 1400 Studenten eingeschrieben. DIe Abbrecherquote ist überraschend niedrig.

 Die Studierenden Nathalie Irchin und René Schlepphorst mit FOM-Leiterin Kathrin Kammler (v.l.).

Die Studierenden Nathalie Irchin und René Schlepphorst mit FOM-Leiterin Kathrin Kammler (v.l.).

Foto: Warkalla

Das klassische Studium an einer Universität oder Fachhochschule ist längst nicht mehr die einzige Möglichkeit, um zu akademischen Weihen zu gelangen. In den vergangenen Jahrzehnten haben duale und berufsbegleitende Studiengänge an Bedeutung und Beliebtheit gewonnen – bei den Studierenden und der Wirtschaft. Sie werden mittlerweile sowohl von einer Reihe staatlicher wie auch privater, staatlich anerkannter Hochschulen angeboten.

In Bonn ist die private FOM Hochschule (Fachhochschule für Oekonomie und Management) seit 2011 mit einem Standort im Bonner Bogen vertreten. Auf Betreiben einiger Essener Unternehmens- und Wirtschaftsverbände wurde sie in den 1990er Jahren gegründet und startete 1994 mit dem ersten Studiengang. Die FOM zählte somit zu den ersten privaten Hochschulen, die berufsbegleitende Studiengänge anboten.

Mittlerweile sind es mehr als 38.000 Studierende an insgesamt 29 Standorten in ganz Deutschland, die dort in den Bereichen Wirtschaft & Management, IT-Management, Ingenieurwesen sowie Gesund-heit & Soziales studieren und entsprechende Bachelor und Masterabschlüsse erlangen. Die FOM hat sich mittlerweile zur größten privaten Hochschule Deutschlands entwickelt.

Der Standort Bonn boomt: „Im Wintersemester 2016/2017 starten wir mit 320 Erstsemestern, 1400 Studenten sind es insgesamt,“ sagt Kathrin Kammler, die die Bonner FOM leitet. „Unser Standort macht es den Unternehmen leicht, ihren Mitarbeitern ein berufsbegleitendes Studium anzubieten, quasi direkt vor der Haustüre.“

Einige Unternehmen bieten im Rahmen ihrer Weiterbildungsprogramme die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Studium, sie beteiligen sich ganz oder teilweise an den Kosten für die Ausbildung und machen die Offerte mit Extra-Urlaubstagen noch etwas schmackhafter für ihre Angestellten. Gerade in großen Konzernen setzt die Mitarbeiterbindung früh ein und die Qualifizierung des Personals hat hohe Priorität.

Nathalie Irchin hat als Kauffrau für Bürokommunikation bei der Telekom in Bonn begonnen, ist mittlerweile im Vertrieb als Assistenz tätig und studiert im 5. Semester an der FOM das Fach Business Administration. „Die Telekom kam mir hinsichtlich der beruflichen Flexibilität sehr entgegen, trotzdem habe ich als Studienmodell das Wochenendmodell gewählt“, erklärt sie.

Neben dem Wochenendmodell, das zwölf Wochenstunden am Freitagabend und Samstag umfasst, bietet die FOM ein Blockmodell, bei dem die Studierenden zwei Tage an der Hochschule lernen und drei Tage in ihrem Beruf tätig sind, sowie das Drei-Tage-abends-Modell an, für das sich auch René Schlepphorst entschied. Er hatte sich nach seinem Bachelor-Studium an der Hochschule Bonn Rhein-Sieg (H-BRS) als Werkstudent bei einem Unternehmen beworben und plante ursprünglich den Master an der H-BRS.

„Mein Chef hat mir angeboten, an die FOM zu gehen. Das Unternehmen übernimmt meine Studienkosten, ich verdiene bereits und habe eine Reihe von Vergünstigungen – das ist perfekt.“ Allerdings beträgt die Regelstudienzeit ein Semester mehr, damit ein vergleichbarer, allgemein anerkannter Bildungsstand erreicht werden kann.

„Man sollte die Doppelbelastung von Studium und Beruf und eventuell noch Partnerschaft nicht unterschätzen“, gibt Kathrin Kammler zu bedenken. „Trotzdem haben wir eine geringe Abbrecherquote. Man kann sagen, wer das erste Semester durchhält, der hat gute Chancen, den Abschluss zu schaffen. Das liegt sicher auch an den damit verbundenen Kosten. Denn wer in sein Studium investiert, will auch, dass sich die Investition lohnt“, sagt Kammler.

Wobei die Gebühren bei der FOM mit 295 Euro monatlich vergleichsweise niedrig ausfallen. Die Hochschule gehört zur BCW-Gruppe, die von der gemeinnützigen Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft mit Sitz in Essen getragen wird. Da gemeinnützig, darf kein Gewinn erzielt werden, die Studienkosten dienen komplett zur Deckung der laufenden Kosten.

Außer der FOM gehören noch die eufom School, die Hessische Berufsakademie, 14 Akademien der VWA Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, die GoBS German open Business School sowie die Weiterbildungsinstitutionen BCW Weiterbildung und das IOM Institut für Oekonomie und Management zur Gruppe.

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