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Bonn: Uniklinik präsentiert Statistiken zu Covid-Patienten

Dashboard zur Corona-Pandemie : Bonner Uniklinik präsentiert Statistiken zu Covid-Patienten

Wie alt sind Covid-19-Patienten? Sind sie männlich oder weiblich? Wie lange bleiben sie im Krankenhaus? All diese Fragen beantwortet eine neue Corona-Plattform, die unter der Leitung der Bonner Uniklinik entstanden ist. Sie zeigt aktuelle Statistiken zu Infizierten aus neun Städten.

Am Mittwoch vermeldete das Robert Koch-Institut 17.051 neue Corona-Fälle in Deutschland, 249 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Virus und eine Inzidenz von 132,3. Während diese Daten auf den ersten, flüchtigen Blick zeigen, dass wir uns längst mitten in der dritten Welle befinden, so könnten sie auf einen zweiten, dritten und vierten Blick weitere Entwicklungen der Pandemie offenbaren. Wie viele der Infizierten müssen etwa auf der Intensivstation behandelt werden? Wie alt sind die Patienten? Sind sie männlich oder weiblich? Wie lange bleiben sie im Krankenhaus? Antwort auf all diese Fragen gibt jetzt ein neues Dash­board, das unter Projektleitung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) entstanden ist.

Das Dashboard gibt einen Überblick auf aktuell behandelte Patienten, die regionale Verteilung der Fälle sowie Alter, Geschlecht und Versorgungsniveau – also ambulante oder stationäre Behandlung – der Infizierten. Die Forschungsdaten kommen bislang von neun Universitätskliniken aus Berlin, Aachen, Bonn, Erlangen, Halle (Saale), Jena, Leipzig, München und Ulm. Langfristiges Ziel ist es, weitere Partner zu finden.

Unter Sven Zenker, dem Ärztlichen Leiter der Stabsstelle Medizinisch-Wissenschaftliche Technologieentwicklung und -koordination am UKB, ist somit ein weiterer Baustein im Kampf gegen die Pandemie entstanden. „Perspektivisch könnte diese Technologie, sobald breiter verfügbar, gerade in Kombination mit mathematischen Modellierungsverfahren zur früheren Erkennung zum Beispiel von regionalen Entwicklungen wie sogenannten Hotspots beitragen“, so Zenker. Zwar decke das Dashboard bislang nur einen kleinen Teil der Patientenversorgung in Deutschland ab. Es zeige gleichzeitig aber, was beim Ausbau der digitalen Technologien im deutschen Gesundheitswesen möglich ist. So sei denkbar, das Dash­board in Zukunft auch zur Beobachtung von Grippewellen zu verwenden.

Was die Daten aus den teilnehmenden Städten bislang zeigen: Von den dortigen 22.587 Patienten seit Beginn der Pandemie wurden 17.006 ambulant und 5897 stationär behandelt. 51 Prozent der Infizierten waren weiblich, 49 Prozent männlich. Während 54 Prozent der Frauen ambulant betreut wurden, kamen wiederum 58 Prozent der Männer in stationäre Behandlung. Die Kliniken führten 249.532 Corona-Tests durch, 5242 davon waren positiv.

Indessen ist es nicht die erste Daten-Plattform, die im Umfeld des UKB zu Corona entstanden ist. Bereits im Januar stellte das GeoHealth Centre der Bonner Uniklinik seine Dashboards vor, die unter anderem die Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz darstellen. Die nun vorgestellte Initiative ist Teil des Kooperationsprojekts „Codex“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Gemeinsam mit den Daten des Robert Koch-Instituts oder dem Divi-Intensivregisters zur Belegung von Intensivstationen kommt so immer mehr Licht ins Dickicht der Pandemie-Daten.

Das Dashboard ist zu finden unter: https://coronadashboard.ukbonn.de/