Nachwuchspreis für junge Bonner Mathematikerin 200.000 Euro für Vera Traub

Bonn · Die junge Bonner Mathematikerin erhält den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er gilt als wichtigster deutscher Forschungspreis für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen.

 Ausgezeichnet: Junior-Professorin Vera Traub (28) vom Institut für Diskrete Mathematik der Uni Bonn.

Ausgezeichnet: Junior-Professorin Vera Traub (28) vom Institut für Diskrete Mathematik der Uni Bonn.

Foto: Barbara Frommann / Uni Bonn/Barbara Frommann

Vera Traub vom Institut für Diskrete Mathematik der Uni Bonn kann sich über eine weitere bedeutende Auszeichnung freuen: Die Junior-Professorin erhält den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Laut DFG gilt der Preis als die wichtigste Auszeichnung in Deutschland für Forschende „in der Aufbauphase ihrer Karriere“.

Das Preisgeld ist erstmals gestiegen, von 20.000 auf 200.000 Euro. Die Ausgezeichneten – insgesamt zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland – können es für bis zu drei Jahre für ihre weitere Forschungsarbeit verwenden.

Vera Traub (28) forscht an der Schnittstelle von Diskreter Mathematik und Theoretischer Informatik auf dem Gebiet der kombinatorischen Optimierung. Sie untersucht Fragestellungen, bei denen aus einer großen Anzahl von einzeln möglichen Varianten eine besonders gute Lösung gefunden werden soll.

In ihrer Dissertation hat Traub sich mit sogenannten Approximationsalgorithmen, also Annäherungsalgorithmen, für das Travelling-Salesman-Problem (das Problem des Handlungsreisenden) beschäftigt. Dies ist eine in der Mathematik bekannte Problemstellung, bei der der kürzeste Rundweg zwischen mehreren Städten ermittelt werden soll, ohne alle Varianten einzeln auszuprobieren. Dabei wird üblicherweise auf bestimmte Algorithmen zurückgegriffen.

Schon im letzten und vorletzten Jahr erhielt Vera Traub bedeutsame Preise

Traub hat dafür einen neuen Ansatz gefunden, der auf dynamischer Programmierung beruht: Ihr Algorithmus findet in derselben Zeit deutlich bessere Lösungen, als es bisherige Algorithmen vermögen. In neueren Arbeiten beschäftigt sie sich zudem mit dem Design von Netzwerken. Traub konnte auch hierzu neue Methoden entwickeln, die allen bisher bekannten Verfahren überlegen sind.

Seit 1977 wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis jährlich an herausragende Forschende verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden. Die Auszeichnung soll sie anspornen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen.

Gewürdigt wird dabei nicht allein ihre Dissertation, sondern insbesondere, ob sie im Anschluss bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben und mit ihren Forschungsergebnissen die Fachcommunity bereichern, sodass auch in Zukunft wissenschaftliche Spitzenleistungen von ihnen erwartet werden können. Benannt ist der Preis seit 1980 nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz, in dessen Amtszeit (1974-1979) er erstmals vergeben wurde.

Bereits im vergangenen Jahr erhielt Vera Traub einen Preis der Breakthrough Foundation: den mit 50.000 Euro dotierten Maryam Mirzakhani New Frontiers Prize. Er wird an herausragende Mathematikerinnen vergeben, die ihre Promotion innerhalb der letzten zwei Jahre abgeschlossen haben. Und im Jahr 2021 bekam sie den Hausdorff-Gedächtnispreis für ihre „besonders hervorragende Dissertation“ zu dem „Problem des Handlungs­reisenden“.