0,568 Liter Wissenschaft Forschung kommt in die Kneipe und auf die Bühne

Bonn · Forschende präsentieren ihre Arbeiten dem Kneipenpublikum: Beim Bonner Festival „Pint of Science“ gibt es spannende Wissenschaft in lockerer Atmosphäre zu erleben.

 Doktorandin Chitvan Chandolia fühlt sich wohl in (und auf) der Rheinbühne.

Doktorandin Chitvan Chandolia fühlt sich wohl in (und auf) der Rheinbühne.

Foto: Julia Schlee

Chitvan Chandolia tauscht den Sitzplatz im Publikum diesmal gegen einen Auftritt im Rampenlicht. Im vergangenen Jahr hat die junge Frau noch als Zuschauerin die launigen Vorträge ihrer Wissenschaftskollegen über Astrophysik erlebt. Es hat ihr gut gefallen. Und nun gehört die 26-Jährige zu den 14 Teilnehmenden des internationalen Wissenschaftsfestivals „Pint of Science“ in Bonn. Sehr frei übersetzt: „ein halber Liter Wissenschaft“ (na ja: Eigentlich misst ein britisches Pint sogar 0,568 Liter).

Die Veranstaltungsreihe bringt vom 13. bis 15. Mai Forschung auf unterhaltsame Art in die Kneipen „Namenlos“ und „Dubliner Irish Pub“ sowie in den Kulturkeller „Die Rheinbühne“.

Etwa 20 Minuten Zeit hat Chandolia, um das Publikum am 14. Mai in der Rheinbühne für ihre Forschung zu begeistern. Und dafür stehen die Chancen nicht schlecht. Denn die Doktorandin am Max-Planck-Institut für Neurobiologie des Verhaltens – caesar hat ein besonders schönes Thema vorbereitet: „Die Liebes­lieder des Zebrafinken – das Geheimnis der Vogelwerbung“, heißt ihr Vortrag.

Chandolias Forschungsthema: Liebe und Romantik bei den Zebrafinken

Die junge Frau will dem Publikum (in englischer Sprache) erklären, was die Zebrafinkenmännchen so alles anstellen, um die Weibchen für sich zu begeistern. Denn die einen balzen zwar, aber die anderen wählen anschließend aus. Die Vogeljungs setzen dabei auf eine Mischung aus Melodien und Bewegung, um die für sie perfekte Partnerin anzulocken.

Liebe und Romantik liegen also in der Luft. „Es hat ein bisschen was von Romeo und Julia“, sagt die Biologin. Aber hoffentlich mit einem Happy-End statt mit der Dramatik à la Shakespeare!

Gespannt ist Chandolia, die ihren Master in Biologie an der Pune University in Indien machte und seit knapp anderthalb Jahren in Bonn forscht, auf die Fragen, die das Publikum nach ihrem Vortrag hat. Denn der Austausch zwischen „Auf der Bühne“ und „Vor der Bühne“ ist bei diesem Festival ausdrücklich erwünscht.

In Bonn wird das „Pint of Science Festival“ durch die Wissenschaftsnetzwerke iBehave und NeurotechEU, das Max-Planck-Institut für Neurobiologie des Verhaltens – caesar und das Unternehmen proteintech unterstützt.

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