Wie auch Städter den fleißigen Insekten helfen können Sieben Tipps für Bienenfreunde

Sankt Augustin · Lieber Blühpflanzen als Zierrasen, und bitte keine Schotterwüste: Ein Sankt Augustiner Imker verrät, wie man als Gartenbesitzer den Bienen das Leben erleichtern kann.

 Einer von Markus Montags drei Bienenstöcken auf dem Sankt Augustiner Hochschulgelände.

Einer von Markus Montags drei Bienenstöcken auf dem Sankt Augustiner Hochschulgelände.

Foto: Benjamin Westhoff

Zwischen acht und zehn Bienenvölker betreut Hobby-Imker Markus Montag an verschiedenen Standorten in Sankt Augustin – darunter auch drei Völker an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS). Seit die warme Jahreszeit begonnen hat, schaut er dazu dort wieder ­­regelmäßig nach dem Rechten und hat für großstädtische Bienenfreunde ein paar Tipps parat, wie man den fleißigen Honigsammlerinnen helfen kann.

Tipp 1: Den Vorgarten nicht zur Schotterwüste machen (auch nicht mit Pflastersteinen zum Zweitparkplatz).

Tipp 2: Stattdessen in Vor- und Hintergarten viele Blühpflanzen wachsen lassen, nicht bloß Zierrasen (spezielle Saatgutmischungen sind im Gartencenter erhältlich).

Tipp 3: Der Garten sollte auch früh blühende Pflanzen enthalten, etwa die Kornelkirsche.

Tipp 4: Im Herbst den Efeu nicht abreißen, sondern blühen lassen: Auch er versorgt die Bienen mit Nektar.

Tipp 5: Im Gartencenter sollte man auf Pflanzen achten, die als „bienenfreundlich“ gekennzeichnet sind. Sorten mit gefüllten Blüten zum Beispiel fallen aus, weil die Bienen dann nicht an den Nektar herankommen.

Tipp 6: Insektenhotels aufzustellen, ist gut und schön – aber es sollten nicht irgendwelche sein, sondern solche, die sich speziell an Wildbienen richten (zum Beispiel die Mauerbiene).

Tipp 7: Auf die Asiatische Hornisse achten! Das aus Asien eingeschleppte, am schwarzen Brustpanzer kenntliche Raub-Insekt (kleiner als die Europäische Hornisse, die aussieht wie eine sehr große, orangerote Wespe) breitet sich seit Jahren (von Frankreich her) auch in Deutschland aus. Es macht auf europäische Bienen regelrecht Jagd oder fällt gleich über ganze Völker her, sagt Montag: „Sie beißen den Bienen die Flügel und den Kopf ab und fressen das proteinreiche Schwanz- und Bruststück“.

 Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist ein gefährlicher Feind der Bienen.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist ein gefährlicher Feind der Bienen.

Foto: picture alliance/dpa/Axel Heimken

Wer eine Asiatische Hornisse sieht (oder gar ein ganzes Nest), sollte das dringend der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde melden (in Bonn: naturschutz@bonn.de, im Rhein-Sieg-Kreis: naturschutztelefon@rhein-sieg-kreis.de) – am besten mit Foto, Standortangabe und beobachteter Flugrichtung, damit die Experten das Nest anpeilen und ausrotten können.

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