Wenn Haustiere sterben „In den Monaten, die mein Papa noch zu leben hatte, war Coco mein Halt“

Region · Clara Nieselt verlor erst ihren Vater, dann ihren Hund, der ihr in der Trauer half. Bonner Betroffene und Experten beantworten die Frage: Warum schmerzt auch der Tod eines Tieres so sehr?

 Clara Nieselt hat sich für eine weiße, herzförmige Urne für ihren verstorbenen Hund Coco entschieden.

Clara Nieselt hat sich für eine weiße, herzförmige Urne für ihren verstorbenen Hund Coco entschieden.

Foto: Benjamin Westhoff

Coco musste nur ihren kleinen Kopf auf die Füße von Clara Nieselt legen, und schon ging es ihr in schweren Zeiten besser. „Sie signalisierte mir dadurch ‚Hey, ich bin da‘“, sagt Nieselt. Schwere Zeiten gab es viele, durch die der Langhaar-Chihuahua sein Frauchen begleiten musste: Mobbing in der Schule und Studium, die Flutkatastrophe an der Ahr, die Krebsdiagnose ihres Vaters. „In den zehn Monaten, die mein Papa noch zu leben hatte, war Coco einfach mein Halt“, erinnert sich die 34-Jährige aus Bad Neuenahr. Ihr Hund war für sie Zuwendung, Zuneigung und Liebe. Vor eineinhalb Jahren starb ihr Vater – am 29. Februar dann ihre Coco. „Jetzt ist es bei mir daheim ganz still, keine Krallen mehr, die auf dem Boden klackern“. Nieselt möchte den Verlust eines Menschen nicht mit dem Verlust eines Tieres gleichsetzen. „Aber der Schmerz, die Trauer ist in meinen Augen absolut gleichzustellen“, sagt sie. Coco begleitete Nieselt 15 Jahre lang durchs Leben. Frau und Hund gingen gemeinsam zu Vorlesungen in der Uni, fuhren in den Urlaub oder trafen Freunde. „Ich muss jetzt mein restliches Leben damit zurechtkommen, beide nicht mehr zu haben“, sagt Nieselt.