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Bonner Verein Enyiduru-Projekt: Bildung und ein warmes Essen für Schüler in Nigeria

Bonner Verein Enyiduru-Projekt : Bildung und ein warmes Essen für Schüler in Nigeria

Etwa 400 Schülerinnen und Schüler besuchen die Enyiduru-Schule in der Region Nsukka in Nigeria. Dort erhalten sie nicht nur Schulbildung, sondern auch warmes Essen, sauberes Wasser und Schutz. Aufgebaut und finanziert hat die Schule der Bonner Verein Enyiduru-Projekt Nigeria.

Die Schule steht mit zwei Partnerschulen im Kölner Süden im Kontakt. Die Schüler schreiben sich gegenseitig und geben Einblicke in ihr so unterschiedliches Leben. In Bonn hat der Verein noch keine Partnerschule gefunden, und derzeit ist er in dieser Stadt auf der Suche, in der der Mitbegründer des Vereins, Boniface Amu, eine lange Zeit seines Lebens verbrachte.

Ein Stipendium des Erzbistums Köln ermöglichte es dem heutigen Priester in Nigeria, 1986 für ein Theologiestudium nach Bonn zu kommen. Später erhielt er eine Halbtagsstelle in der Seelsorge der Uniklinik. Zusammen mit Kollegen und Freunden gründete er 1996 den Verein Enyiduru-Projekt mit dem Ziel, nigerianischen Kindern aus armen Verhältnissen eine Schulausbildung zu ermöglichen. 1998 ging Amu nach Nigeria zurück, um dort neben seiner Tätigkeit als Priester sein Projekt in die Tat umzusetzen.

Alles begann damit, dass der Verein das Schulgeld für Kinder finanzierte, deren Eltern dazu nicht in der Lage waren. Amu unterstützte anfangs bewusst nur Mädchen, da diese in ihren Bildungschancen gegenüber Jungen in Nigeria benachteiligt sind. 2006 eröffnete der Verein seine eigene Grundschule für Kinder aus armen Familien. Schnell bemerkte Amu allerdings, dass die Bildung früher ansetzen müsse - bereits im Kleinkindalter. "Wichtig ist es, früh mit einer ganzheitlichen Bildung anzufangen", sagt Amu. Die Kinder sollen nicht nur Lesen und Schreiben lernen, sondern auch Hygiene, Ehrlichkeit und soziale Kompetenz. Mit Hilfe einer einmaligen Spende des Hilfswerks Deutscher Zahnärzte (HDZ) konnte ein neues Grundschulgebäude mit Küche, Schulgarten und Sanitäranlage gebaut werden. Die alte Grundschule wurde zum Kindergarten.

In der Schule erhalten die Kinder eine warme Mahlzeit und sauberes Trinkwasser. Keine Selbstverständlichkeit für arme Kinder in Nigeria. Eine einheimische Krankenschwester behandelt die Schüler bei Krankheiten. Dieses Angebot wissen die Schüler zu schätzen. "Die Schule gefällt mir, weil wir Essen bekommen. Dann brauchen wir nichts mehr zu stehlen, was wir essen können", sagt der zwölfjährige Kalistus.

Den Schülern Ehrlichkeit vermitteln und Auswege zum Stehlen zeigen ist ein wichtiges Ziel der Schule. So berührt Amu die Geschichte eines Schülers, den er für Besorgungen auf den Markt schickte. Er erhielt von Amu Geld für die Fahrt. Auf der Rückfahrt zur Schule nahm den Schüler ein Bekannter kostenlos mit. Statt das übriggebliebene Geld zu behalten, gab er es Amu zurück. "Das sind die Momente, die einem klarmachen, dass es sich lohnt, die Schule zu fördern", sagt Amu. Er ist überzeugt, wenn jedes Jahr 40 Schüler die Schule erfolgreich abschließen, wird sich die nigerianische Gesellschaft langfristig verändern.

Neben der Schule unterhält der Verein ein Bildungszentrum für Erwachsene in Nsukka. Dort gibt es Vorträge über Aids, Arbeitslosenprojekte und Gewaltprävention. Zudem bietet das Bildungszentrum Frauen einen Kursus im Nähen und Schneidern an. Als Nächstes sind eine Werkstatt für handwerklich begabte Kinder und eine Erhöhung der Zahl der möglichen Stipendien geplant. Bislang erhalten höchstens zwei Kinder pro Jahr ein Stipendium für ein Gymnasium. Um die Projekte umzusetzen, fehlt derzeit aber das Geld. Der Verein ist auf Spenden angewiesen.

Infos zum Spendenkonto auf www.enyiduru.de/spenden