Der Rhein ist ein unbedenkliches Gewässer

Fünf Schülerinnen des Clara-Fey-Gymnasiums heimsten bei "Schüler experimentieren"auf Regionalebene gleich drei erste Preise in Biologie, Physik und Chemie sowie zwei Sonderpreise ein

"Ist der Rhein ein Badegewässer? - Ja oder Nein?" Mit dieser Frage beschäftigte ich mich und ging der Natur auf den Grund. Auch andere Mitschülerinnen stellten sich interessanten Fragestellungen: Leonie Wilken und Johanna Schröder experimentierten mit der Verlängerung der Haltbarkeit von Schnittblumen, Eleni Wittbrodt und Franziska von Campenhausen führten Experimente mit der Lochkamera durch. Wir alle - Schülerinnen des Clara-Fey-Gymnasiums in Bad Godesberg - entschieden uns im Oktober 2003, am Wettbewerb "Jugend forscht/Schüler experimentieren" teilzunehmen.

Jeden Sommer hatte ich mich gefragt, ob der Rhein als Badegewässer geeignet ist. Ich hatte nämlich schon oft Menschen im Fluss schwimmen sehen. Also nahm ich "Jugend forscht" zum Anlass, mich mit der Frage "Ist der Rhein ein Badegewässer - Ja oder Nein?" auseinanderzusetzen. Um Antworten auf diese Frage zu bekommen, führte ich mit einem Analysenkoffer, den ich von meiner Schule zur Verfügung gestellt bekommen hatte, chemische Versuche durch.

Um Vergleichswerte zu erlangen, musste ich natürlich noch andere Gewässer auf ihre chemische Zusammensetzung untersuchen. Da kam es mir gerade recht, dass die Herbstferien vor der Tür standen. Ich nutzte eine Reise nach Heidelberg und nahm eine Wasserprobe aus dem Neckar. Außerdem bat ich eine Freundin, die nach München fuhr, Wasser aus der Isar mitzubringen. Auch mein Physiklehrer, der mein Projekt betreute, brachte mir Wasser mit, nämlich aus der Fulda.

Vergleich mit Teichen

Darüber hinaus verglich ich die Werte des Rheinwassers mit den Werten von Badegewässern und Teichen. Insgesamt konnte ich keine großen Unterschiede in der Wasserqualität feststellen. Die Wasserwerte, die ich gemessen hatte, zeichneten alle Gewässer als gute oder nur leicht verschmutzte Gewässer aus. Mir wurde nun klar, dass zur Bestimmung der Qualität eines Badegewässers auch eine biologische Untersuchung notwendig ist. Diese Möglichkeit hatte ich als Schülerin nicht, da derartige Versuche fundiertes Fachwissen und ein eingerichtetes Labor voraussetzen.

Da ich den Eindruck hatte, nichts Interessantes herausgefunden zu haben, war ich schon kurz vor dem Punkt, aufzugeben. Doch dann ermutigten mich meine Lehrer, meine Ergebnisse dennoch in Worte zu fassen und am 3. März in Hürth auf dem Regionalwettbewerb zu präsentieren.

Letztlich arbeitete ich unter sehr viel Zeitdruck an der schriftlichen Fassung meiner Arbeit - genauso wie die beiden anderen Arbeitsgruppen unserer Schule, die Arbeiten aus dem Fachereich Physik und Biologie einreichten. Als wir dann endlich alle unsere schriftlichen Arbeiten abgeliefert hatten und der 3. März, der Tag unserer mündliche Präsentation, immer näher rückte, stiegen Spannung und Aufregung.

Am Tag selbst lief dann alles gut, wir berichteten der Jury über unsere Projekte, unsere Versuche und unsere Ergebnisse. Wir rechneten nicht damit, zu den Siegern zu gehören, wo doch so viele andere - offensichtlich eindrucksvolle Arbeiten - von Schülern anderer Schulen aus dem Einzugsgebiet präsentiert wurden. Doch es kam alles ganz anders. Alle drei Gruppen unserer Schule bekamen den ersten Preis: Leonie Wilken und Johanna Schröder den ersten Preis im Fachbereich Biologie, Eleni Wittbrodt und Franziska von Campenhausen im Fachbereich Physik und ich, Maximiliane Prokop gewann den ersten Preis im Fachbereich Chemie.

Eleni Wittbrodt und Franziska von Campenhausen, die sich mit der Lochkamera auseinandergesetzt hatten, bekamen zusätzlich den Sonderpreis für den schönsten Stand und ich den Sonderpreis Umwelt für mein Badewasser-Projekt. Damit war das Clara-Fey-Gymnasium die beste Schule, die bei "Jugend forscht" beziehungsweise "Schüler experimentieren" teilgenommen und gewonnen hatte. Deshalb bekamen wir für unsere Schule noch einen Gutschein für wissenschaftliche Geräte. Wir freuten uns sehr. Jetzt bereiten wir uns auf den Landeswettbewerb in Essen vor. Dort werden wir dann erneut unsere Projekte und unsere Ergebnisse vorstellen.

Und übrigens: Der Rhein ist heute bezüglich seiner chemischen Wasserqualität grundsätzlich ein unbedenkliches Gewässer. Dennoch sollten Badende eine gewisse Gefährdung durch Bakterien - gerade im Sommer - nicht unterschätzen.

Clara-Fey-Gymnasium

Klasse 8 b