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Inzidenz, Risikogebiete, Regeln: Corona-Lage in unseren Nachbarländern

Inzidenz, Risikogebiete, Regeln : So sieht die Corona-Lage in unseren Nachbarländern aus

Im Café sitzen, in die Kneipe gehen oder Veranstaltungen besuchen: Das gesellschaftliche Leben hat sich nahezu normalisiert - hierzulande allerdings mit verschiedenen Corona-Regeln und dem Blick auf unterschiedliche Kennzahlen. Wie sieht das in Deutschlands Nachbarländern aus?

Die 3G-Regel ist nun fast allen geläufig: Möchte man in einem Innenraum der Gastronomie verweilen, Veranstaltungen oder Ausstellungen besuchen oder Freizeitangebote nutzen, muss man geimpft, genesen oder getestet sein. Unter diesen Auflagen kehrt das gesellschaftliche Leben in Deutschland nach und nach wieder in Richtung Normalität zurück. Auch in unseren Nachbarländern wurden einige Corona-Maßnahmen wieder gelockert. Wir geben einen Überblick.

Corona-Lage in Frankreich

Während in Deutschland die Inzidenzzahl aktuell bei 110 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt (Stand: 25.10.2021), ist die Zahl in Frankreich um rund die Hälfte geringer: Hier liegt die Inzidenzzahl bei 55,4. In der Impfquote unterscheidet sich das Nachbarland aber kaum von Deutschland. 67,50Prozent der französischen Bevölkerung sind vollständig geimpft. In Deutschland sind es 66,22 Prozent. Wie bei uns gilt in Frankreich nach wie vor eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Warteschlangen. Unter anderem in Restaurants, Cafés, Einkaufszentren, Einrichtungen der Alten- oder Krankenpflege sowie in Flugzeugen, Zügen und Bussen (ausgenommen Nahverkehr) gibt es außerdem die Pflicht, einen „pass sanitaire“ mit sich zu führen. Das ist ein Nachweis über eine vollständige Impfung, Genesung oder aktuelle negative Testung. Das gilt auch für die Außenbereiche der Gastronomie.

Corona-Lage in den Niederlanden

Auf dem Weg in eine Post-Covid-Gesellschaft wude der 25. September in den Niederlanden zum Meilenstein: An diesem Tag wurde die seit Pandemie-Beginn geltende “Anderthalb-Meter-Regel” abgeschafft. Masken müssen nur im öffentlichen Nahverkehr getragen werden. Nur vor dem Besuch von Gaststätten wird ein Nachweis verlangt, dass man getestet, geimpft oder genesen ist. Konzerte und andere Veranstaltungen finden unter bestimmten Bedingungen wieder statt. Dabei sowie in einigen anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen muss in vielen Fällen der Corona-Pass vorgewiesen werden. In den vergangenen Tagen nahm die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche start zu, um 44 Prozent. Das zuständige Reichsinstitut für Gesundheit und Umwelt sieht einen direkten Zusammenhang mit der Lockerung der Maßnahmen. Der Inzidenzwert liegt in den Niederlanden momentan bei 204. 68,31 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. 

Corona-Lage in Österreich

Die Corona-Schutzmaßnahmen in Österreich sind durch ein dreistufiges Modell definiert, das sich an der jeweiligen Covid-Situation orientiert. In der aktuell gültigen Stufe 1 gilt unter anderem eine FFP2-Maskenpflicht zum Beispiel in Geschäften des täglichen Bedarfs oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Lage auf den Intensivstationen entscheidet künftig darüber, ob Ungeimpfte einen Lockdown befürchten müssen. Der Lockdown für Ungeimpfte soll in Österreich die Bereitschaft für eine schützende Injektion steigern. Derzeit sind 61,72 Prozent der Bevölkerung geimpft. Ab 600 von Covid-Patienten belegten Intensivbetten dürfen Ungeimpfte nach dem neuen Stufenplan der Regierung nicht mehr ohne triftigen Grund auf die Straße. Ab 500 belegten Intensivbetten ist ihnen der Besuch von Lokalen, von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie die Nutzung von Hotels untersagt. Unterdessen setzt sich der Trend zu deutlich steigenden Corona-Zahlen in Österreich fort. Binnen 24 Stunden wurden 3624 Neuinfektionen gezählt, wie das Innen- und Gesundheitsministerium am Sonntag berichteten. Derzeit liegt die Inzidenzzahl bei 252 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Corona-Lage in Dänemark

Dänemark hat mit 75,73 Prozent eine deutlich höhere Impfquote als Deutschland. Der Inzidenzwert liegt bei 139. In Dänemark sind im September die letzten in der Pandemie eingeführten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. Seitdem muss man auch bei Großveranstaltungen mit mehr als 2000 Zuschauern keinen Corona-Pass mehr vorzeigen.Der Nachweis entfällt auch in den  Diskotheken. Zugleich wird Covid-19 nicht mehr länger als „gesellschaftskritische Krankheit“ eingestuft. Diese Kategorisierung war die Grundlage etwa für Versammlungsverbote oder eine Maskenpflicht. Stattdessen gilt Covid-19 nun als eine „allgemein gefährliche Krankheit“ - das bedeutet unter anderem, dass es weiter gewisse Beschränkungen bei der Einreise ins Land gibt. Die Behörden können zudem weiterhin lokale Einschränkungen einführen.

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(gso)