Bücherherbst 2016 in Sinzig: Niederlande dominieren den Sinziger Bücherherbst

Bücherherbst 2016 in Sinzig : Niederlande dominieren den Sinziger Bücherherbst

Die Niederlande dominieren den Sinziger Bücherherbst 2016. Ein Büchertisch mit niederländischen Werken lud zum Schmökern und Verweilen ein.

„Dies ist, was wir teilen – Dit is wat we delen“. Der Sinziger Bücherherbst 2016 stand ganz im Zeichen des Gastlandes der bevorstehenden Frankfurter Buchmesse, Flandern und die Niederlande. In einer zweisprachigen Lesung stellte die gebürtige Holländerin Hanneke Speekenbrink in der Lesezeit einen Autoren ihres Heimatlandes vor. Besucher und Händlerrekorde gab es in diesem Jahr nicht. Denn der wiederholt auftretende leichte Nieselregen war etwa für prachtvolle Bildbände im Wortsinne Gift. Und so waren dann Partyzelte und Plastikplanen gefragter Schutz für die Bücher. Dennoch gab es auf dem Kirchplatz viel Betrieb.

Ein Büchertisch mit niederländischen Werken lud zum Schmökern und Verweilen ein. Und in der Lesezeit, deren Team die 16. Auflage der Veranstaltung Auflage organisiert hatte, hatten die Gäste die Gelegenheit, original holländische Genever zu probieren. Die urkundlich erstmals 1269 erwähnte „Medizin auf Wacholderbasis“ gilt als die Urform des Gin. Ebenso bestand die Möglichkeit zu einer Runde „Sjoelen“. Das vor gut 400 Jahren in den Niederlanden erfundene Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspiel wird heute nicht nur dort gespielt. Laut offiziellem Verband ANS existieren in den Niederlanden über 100 Vereine mit insgesamt über 6000 Mitgliedern. Ein „Sjoelbak“, das zwei Meter lange, 40 Zentimeter breite Spielbrett, gehört in vielen niederländischen Haushalten zur Grundausstattung für gesellige Runden.

Aber das Kulturgut Buch stand im Mittelpunkt der 16. Auflage des Sinziger Bücherherbste. Einer wurde von den Stammgästen schmerzlich vermisst. Denn Initiator Benno Schneider von der am Kirchplatz angesiedelten „Lesezeit“ ist im März verstorben. Bei eher durchwachsenem Wetter kamen in diesem Jahr meist die Kunden mit der starken Affinität „zum Buch“. Für die typischen Bücherherbstkunden ist es an der Zeit, Vorräte für lange Winterabende anzulegen. Der frühe Morgen am Tag der Deutschen Einheit ist auf dem Kirchplatz die Zeit der Schnäppchenjäger und Sammler. Gleich geblieben ist beim Bücherherbst das Motto „Jeder kann mitmachen“. Das führt dazu, dass Familien ihre Speicher entrümpeln. Vielleser ihre „abgearbeiteten Bücher“ anbieten und das Frauenhaus, sein Förderverein oder Amnesty International mit ihren Bücherständen vertreten sind.

Marktpreise: Je nach Zustand und Erscheinungsjahr kostete ein „normales Taschenbuch“ auf dem Bücherherbst zwischen 50 Cent und zwei Euro. Da wird eigentlich wenig gefeilscht und gehandelt. Es wurde mehr über den Regen geschimpft.