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Änderungen im Juni 2022: 9-Euro-Ticket, Tankrabatt, Mindestlohn Aldi & Lidl

9-Euro-Ticket, Mindestlohn, Tankrabatt : Was sich für Verbraucher ab dem 1. Juni 2022 ändert

Das Neun-Euro-Ticket tritt in Kraft, Tanken wird günstiger und bestimmte Personengruppen dürfen sich über mehr Geld freuen: Die neun wichtigsten Änderungen, die im Juni 2022 anstehen, finden Sie hier im Überblick.

1. Juni 2022: Das 9-Euro-Ticket kommt

Ab dem 1. Juni gilt das Neun-Euro-Ticket bundesweit im Nahverkehr. Von Juni bis August können Inhaber dann mit dem Neun-Euro-Ticket in ganz Deutschland beliebig oft Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen sowie Züge des Regional- und Nahverkehrs in der zweiten Klasse nutzen. Das Ticket ist jeweils den gesamten Monat gültig.

 Ab 1. Juni gilt das Neun-Euro-Ticket bundesweit im Nahverkehr.
Ab 1. Juni gilt das Neun-Euro-Ticket bundesweit im Nahverkehr. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Die Bundesregierung hat das Neun-Euro-Ticket im Rahmen eines milliardenschweren Entlastungspakets angesichts der stark gestiegenen Energiepreise beschlossen. Auch mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel sollen die Menschen weg vom Individualverkehr per Auto hin zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bewegt werden. Das Angebot richtet sich zwar vorrangig an Pendlerinnen und Pendler, natürlich kann das Neun-Euro-Ticket aber auch für touristische Reisen genutzt werden. Wie Sie beliebte Reiseziele von Bonn aus erreichen können, lesen Sie hier. Und hier haben wir zusammengefasst, welche Destinationen von Bonn ohne Umstieg zu erreichen sind.

Kaufen können Sie das Neun-Euro-Ticket übrigens jetzt schon: Sie erhalten es bei der Bahn sowie vielen Verkehrsverbünden an Automaten, Ticketschaltern sowie online. Wer bereits ein Monats- oder Jahresabo für den Nahverkehr hat, dem sollen laut Deutsche Bahn sowie den Verkehrsverbünden im Juni, Juli und August ebenfalls nur neun Euro in Rechnung gestellt werden. Verrechnungen soll es deutschlandweit auch bei Semester- oder Jobtickets geben.

Tankrabatt: Am 1. Juni 2022 wird Tanken günstiger

Autofahrerinnen und Autofahrer dürfen sich freuen: Ab dem 1. Juni 2022 sinken die Steuern auf Sprit. Drei Monate lang, also im Juni, Juli und August, soll die Energiesteuer dem europäischen Mindestsatz entsprechen. Diese Maßnahme ist ebenfalls Teil des bereits zuvor erwähnten Entlastungspakets, das der Deutsche Bundesrat im Mai verabschiedet hat. Der Preis für Diesel soll damit um rund 14 Cent pro Liter, der Benzinpreis um knapp 30 Cent pro Liter und der Preis für Erdgas um 4,54 Euro pro Megawattstunde sinken. Zwar kündigt der Koalitionsausschuss an: „Wir stellen sicher, dass die Absenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wird.“ Unklar ist bislang jedoch, ob die Mineralölkonzerne die befristete Steuersenkung wirklich in voller Höhe an die Endverbraucherinnen und Endverbraucher weitergeben.

Aufgrund des Tankrabatts ist ab 1. Juni 2022 mit einem Ansturm an Tankstellen und daraus resultierenden Engpässen zu rechnen: Einerseits werden Tankstellenbetreiber ihre Bestände zunächst mutmaßlich stark herunterfahren, um so wenig hoch versteuerten Sprit wie möglich ab 1. Juni billiger weiterverkaufen zu müssen. Andererseits ist damit zu rechnen, dass Autofahrer ausgerechnet ab 1. Juni massenhaft an Tankstellen fahren, um ihre leeren Tanks günstig aufzufüllen. Vorübergehende Engpässe an den Zapfsäulen sind deshalb nicht auszuschließen.

Änderung im Juni 2022: Heizkostenzuschuss für Geringverdienende

Haushalte mit geringem Einkommen will die Bundesregierung angesichts der stark gestiegenen Energiepreise besonders unterstützen: Insgesamt sind rund 370 Millionen Euro eingeplant, um diese Haushalte bei den Heizkosten zu entlasten. 2,1 Millionen Menschen sollen deshalb im Juni 2022 einen einmaligen Heizkostenzuschuss erhalten. Neben Wohngeldempfängern sollen auch Auszubildende und Studierende von dem Heizkostenzuschuss profitieren.

Angekündigt ist, dass das Geld ohne Antrag direkt aufs Konto überwiesen wird. Ein Ein-Personen-Haushalt, der Wohngeld bezieht, soll demnach 270 Euro erhalten, ein Zwei-Personen-Haushalt 350 Euro und für jedes weitere Familienmitglied gibt es 70 Euro zusätzlich. Studierende und Auszubildende, die staatliche Hilfen erhalten, haben Anspruch auf eine Einmalzahlung von 230 Euro.

Viele Corona-Impfzertifikate laufen im Juni 2022 ab

Im Juni 2022 laufen viele Zertifikate über die Corona-Impfung ab. Zunächst sind Erst- sowie Zweitimpfungen betroffen.

Der Grund: Ab dem 14. Juni 2021 wurden die Impfzertifikate in Apotheken ausgestellt. Ihre Gültigkeit beträgt ein Jahr ab dem Tag der Ausstellung.

Was ist zu tun, wenn das Corona-Impfzertifikat abläuft? Das Robert Koch-Institut plant, dass Geimpfte ihre Impfzertifikate in der Corona-App sowie der CovPass-App selbst aktualisieren können - mittels noch ausstehender Aktualisierungen. Wer schon vor dem Update ein neues Impfzertifikat benötigen sollte, kann sich dieses in der Apotheke ausstellen lassen.

Wer das Impfzertifikat nicht in einer App, sondern nur auf Papier benutzt, sollte es wenn möglich ebenfalls bereits jetzt aktualisieren lassen. Denn angenommen, im Herbst werden wieder 3G-, 2G- oder 2G+-Regeln eingeführt, kann ein abgelaufenes Zertifikat nicht mehr als technischer Nachweis über eine Impfung anerkannt werden.

 Ab Mitte Juni 2022 laufen die ersten Corona-Impfzertifikate ab.
Ab Mitte Juni 2022 laufen die ersten Corona-Impfzertifikate ab. Foto: dpa/Stefan Puchner

Im Juni 2022 kommt das Ende für den Internet Explorer

Microsoft schickt seinen Browser Internet Explorer am 15. Juni 2022 endgültig in den Ruhestand. Wer nicht sowieso schon umgestiegen ist, kann zum Beispiel die neuere Software Edge von Microsoft oder Chrome von Google benutzen.

Vereinfachte Hartz-IV-Regelung für Ukraine-Flüchtlinge ab Juni 2022

Flüchtlinge aus der Ukraine haben ab dem 1. Juni 2022 einen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen. Diese können dann für maximal sechs Monate bewilligt werden. Bislang erhält diese Gruppe geringere Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Damit können die Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflüchtet sind, künftig von den Jobcentern beraten und zu Bewerbungen vermittelt werden.

Sommerfahrplan ab dem 12. Juni 2022

Bei der Deutschen Bahn und anderen Verkehrsunternehmen gilt ab 12. Juni 2022 der Sommerfahrplan, der allerdings nur mit kleineren Änderungen verbunden ist. So bietet die Bahn wieder eine Direktverbindung zwischen Berlin und der Nordseeinsel Sylt an. Zudem wird Chemnitz nach eineinhalb Jahrzehnten ans Fernverkehrsnetz angebunden und bekommt umsteigefreie Verbindungen nach Berlin und weiter an die Ostsee.

Beschäftigte am Bau erhalten im Juni 2022 Einmalzahlung von 400 Euro

Wer am Bau beschäftigt ist, darf sich im Juni 2022 auf ein wenig Extrageld freuen. Arbeitgeber und Gewerkschaft haben sich in den Tarifverhandlungen 2021 auf zwei Einmalzahlungen geeinigt. Die erste ist fällig mit dem Lohn für Mai 2022, am Bau Beschäftigte erhalten die Zahlung also im Juni 2022. Sie wird allerdings nur an Beschäftigte im Westen ausgezahlt. Wer im Osten am Bau beschäftigt ist, erhält keine Einmalzahlung. Genau ein Jahr später soll laut Tarifvertrag die zweite Einmalzahlung überwiesen werden: Mit dem Lohn im Mai 2023 gibt es 450 Euro dazu.

 Beschäftigte am Bau erhalten im Juni 2022 eine Einmalzahlung.
Beschäftigte am Bau erhalten im Juni 2022 eine Einmalzahlung. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Mehr Geld ab Juni 2022: Mindestlohn für Aldi- und Lidl-Mitarbeiter steigt

Wer bei Aldi und Lidl arbeitet, darf sich freuen: Angestellte in den beiden Discountern sollen ab 1. Juni 2022 einen höheren Mindestlohn erhalten. Von aktuell 12,50 Euro pro Stunde soll der Lohn auf mindestens 14 Euro pro Stunde angehoben werden, kündigten zunächst Aldi und wenige Wochen später auch Lidl an. Aldi hatte den Schritt mit der aktuellen Welle von Preissteigerungen begründet, Lidl zog kurz darauf nach.

Die Lohn-Steigerung soll bei Lidl für Tarifangestellte gelten. Bei Aldi Nord und Aldi Süd sollen auch Quereinsteiger und studentische Aushilfen von der Erhöhung profitieren. Auszubildende hingegen werden keine 14 Euro Stundenlohn erhalten.

Der Mindestlohn wird damit bei den beiden größten deutschen Discountern auch künftig deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, der im Juli 2022 auf 10,45 Euro steigen wird.

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(mit dpa)