Cannabis-Legalisierung, Elterngeld und Gaspreise Das ändert sich für Verbraucher im April

Bonn · Cannabis wird legal, die Mehrwertsteuer für Gas und Fernwärme wird angehoben und beim Elterngeld gibt es eine neue Grenze. Im April kommen auf die Verbraucher wieder einige Änderungen zu. Wir geben einen Überblick.

Hoch umstritten, aber ab dem 1. April für Volljährige ab 18 Jahren eingeschränkt legal: Cannabis.

Hoch umstritten, aber ab dem 1. April für Volljährige ab 18 Jahren eingeschränkt legal: Cannabis.

Foto: AP/Steve Helber

Verbraucher müssen sich im März wieder auf einige Neuerungen einstellen. So steht die Anhebung der Mehrwertsteuer für Gas und Fernwärme an, auch beim Elterngeld gibt es Änderungen zum Nachteil der Paare und Alleinerziehenden und natürlich ist auch die Legalisierung von Cannabis in aller Munde.

Mehrwertsteuer bei Gas und Fernwärme steigt

Die Energiepreisbremse wurde zu Beginn des neuen Jahres beendet. Ab April 2024 steigt die ermäßigte Umsatzsteuer auf Gas und Fernwärme wieder von sieben Prozent auf 19 Prozent. Diese Anpassung hat direkte Auswirkungen auf Millionen Haushalte, die nun von höheren Gasrechnungen ausgehen müssen. In diesem Kontext sollten Kunden auch über Alternativen und Anpassungsmöglichkeiten nachdenken, um die anstehende finanzielle Mehrbelastung zu minimieren. Ein Anbieterwechsel kann sich zum Beispiel lohnen.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät, zum 1. April ihren Gas- oder Fernwärme-Zählerstand abzulesen und diesen an den Versorger zu übermitteln. Nur so könne man sicherstellen, dass dieser die verbrauchte Energie auch zum korrekten Preis abrechnet - sprich Verbräuche vor dem 1. April zum ermäßigten, Verbräuche ab dem 1. April mit dem regulären Steuersatz.

Cannabis-Konsum wird legal

Die umstrittene Legalisierung von Cannabis in Deutschland kommt wie geplant zum 1. April. Am 22. März hatte der Bundesrat grünes Licht für das sogenannte Cannabis-Gesetz gegeben.

Demnach ist der Besitz und Anbau von Cannabis in Deutschland erlaubt – allerdings nur in begrenzten Menge und für Volljährige. Zum eigenen Gebrauch darf man maximal 25 Gramm bei sich haben. Der Eigenanbau ist auf maximal drei Pflanzen beschränkt.

Ein öffentlicher Konsum ist nur eingeschränkt erlaubt. Sprich, in der Öffentlichkeit darf zwar draußen grundsätzlich gekifft werden - aber lediglich von 20 bis 7 Uhr. In der Nähe von Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Sportstätten – in 100 Metern Luftlinie um den Eingangsbereich – ist der Konsum verboten.

Neue Einkommensgrenze beim Elterngeld

Für Eltern, deren Kinder ab dem 1. April geboren werden, ändert sich die Einkommensgrenze für das Elterngeld. Ein Elterngeldanspruch besteht bis zu einem versteuernden Jahreseinkommen von 200.000 Euro (vorher 300.000 Euro. Diese Grenze gilt auch für Alleinerziehende. Zudem wird die gemeinsame parallele Elternzeit auf maximal einen Monat begrenzt, zudem muss sie innerhalb der ersten zwölf Monate genommen werden.

Die Elternzeit kann derweil nach wie vor von zwölf Monaten auf 14 Monate aufgestockt werden, sofern die Betreuung aufgeteilt wird.

Amazon verkürzt Rückgabefrist

Die Online-Handelsplattform Amazon verkürzt zum 25. April seine Rückgabefristen für zugesandte Produkte. Für viele Angebote ist eine Rücksendung künftig nur noch 14 Tage nach Erhalt der Lieferung möglich (bisher 30 Tage). Betroffen davon sind laut Amazon Produkte wie Kameras, Elektronik, Bürobedarf, Computer, Videospiele, Musik und DVDs.

Deutschlandticket für Studenten

Studenten vieler Hochschulen erhalten zum Beginn des Sommersemesters am 1. April ein vergünstigtes Deutschlandticket zum Pries von 29,40 Euro im Monat. Sie können damit wie mit dem Normal-Deutschlandticket auch bundesweit Busse und Bahnen nutzen. Einige Hochschulen machen nicht mit, weil zum Beispiel das bisherige Semesterticket günstiger ist.

Auszubildende bekommen Fahrtgeld-Zuschuss

Auszubildende, deren Ausbildungsbetrieb weit von ihrem Wohnort entfernt ist, haben ab April die Möglichkeit, einen Mobilitätszuschuss zu beantragen. Den Zuschuss gibt es für Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr für zwei Heimfahrten im Monat. Dies soll Auszubildenden helfen, die finanzielle Belastung durch lange Pendelstrecken zu verringern und die Mobilität während ihrer Ausbildung zu unterstützen.

Qualifizierungsgeld für Weiterbildung

Ab dem 1. April greift ein Qualifizierungsgeld als Lohnersatz. Es richtet sich an Beschäftigte, denen aufgrund des klimafreundlichen Umbaus der Wirtschaft ein Jobverlust droht. Sofern eine berufliche Weiterbildung eine Weiterbeschäftigung ermöglicht, zahlt die Arbeitsagentur künftig deshalb 67 Prozent des Nettolohns während der Fortbildung. Für die Kosten der Maßnahme sollen wiederum die Arbeitgeber aufkommen und den Lohn ihrerseits optional aufstocken.

(mit dpa)
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