Essen in 50 Metern Höhe „Dinner in the Sky“ kommt nach Köln

Köln · Das spektakuläre Gastro-Event „Dinner In The Sky“ macht vom 5. bis zum 23. Juni Station im Kölner Mediapark. Was erwartet die Besucher dort?

  In 50 Metern Höhe: Acht überdachte Vierer-Tische auf der Plattform, in der Mitte zwei Köche, zwei Servicekräften bedienen.

In 50 Metern Höhe: Acht überdachte Vierer-Tische auf der Plattform, in der Mitte zwei Köche, zwei Servicekräften bedienen.

Foto: Veranstalter

Einfach abgehoben. Essen und Trinken in 50 Meter Höhe, angeschnallt auf einem Polstersessel. Beim Pressetermin im Kölner Mediapark bekommen rund 100 Journalisten, Blogger und Influencer einen luftigen Eindruck von „Dinner In The Sky“, einem weltweit populären Gastro-Event. Das macht vom 5. bis zum 23. Juni wieder Station in Köln und kehrt damit zu den Wurzeln zurück. Denn vor 18 Jahren wurde neben dem Schokoladenmuseum der Domstadt am Rhein das erste Spektakel dieser Art veranstaltet.

Der Beginn einer globalen Erfolgsgeschichte: Mehr als 80 Dinner-Plattformen in rund 70 Ländern sind inzwischen auf dem Zähler, von Dubai bis Paris, von Sydney bis Rio de Janeiro. Fünf Millionen Gäste haben laut Veranstalter seit 2006 an dem kulinarischen Genuss in schwindelerregender Höhe teilgenommen.

32 Gäste in 50 Meter Höhe

Grundsätzliche Frage gleich zu Beginn: Wieso schnallt man 32 Personen auf einer Plattform mit Sesseln fest, zieht sie in 50 Meter Höhe, um ihnen dort oben ein Vier-Gänge-Menü zu kredenzen? „Es gibt viele Dinge in unserer Gesellschaft, die nicht wirklich benötigt werden in den Augen einiger Menschen“, antwortet Veranstalter Rafael Moreno, der das aufwendige Dinner-Projekt damals gemeinsam mit zwei belgischen Geschäftspartnern entwickelt hat. „Andererseits sind wir in der Geschichte der Menschheit eben darauf aus, uns zu vergnügen und Entertainment zu konsumieren. Etwas, das uns inspiriert, beflügelt und aus dem Alltag herausholt.“

Spielt auch das Zusammentreffen des Grundbedürfnisses Essen mit dem Element Luft eine Rolle? „Auf jeden Fall. Es gibt ja diesen schönen Spruch: Im Flugzeug schmeckt der Tomatensaft mit Salz und Pfeffer viel besser als auf dem Boden“, sagt Moreno. „In der Luft sollen die Geschmacksnerven tatsächlich noch einmal etwas anders funktionieren.“ 50 Meter Höhe klingt zunächst einmal nach nicht allzu viel, und auch vom Boden sieht die Plattform, die da gerade mit 32 Kollegen und Kolleginnen über dem Kölner Mediapark schwebt, nicht wirklich furchteinflößend aus. Eine halbe Stunde später muss man allerdings feststellen: Alles eine Frage der Perspektive, von hier oben aus wirkt die Höhe durchaus beeindruckend.

In 30 Sekunden ist man wieder am Boden

Zuvor gab es ein ausführliches Sicherheits-Briefing. Das doppelte Gurtesystem am Sessel kann man zum Beispiel nicht alleine öffnen. Die Plattform wiegt zehn Tonnen und wird von Stahlseilen gehalten, die eine Last von bis zu 160 Tonnen bewältigen könnten. Sollte es ein Gast oben doch mit der Angst zu tun bekommen, kann die Plattform in 30 Sekunden wieder auf dem Boden sein. Das geschehe jedoch nur höchst selten, berichtet Moreno: „Etwa 30 Prozent unserer Gäste sagen uns im Vorfeld, dass sie Höhenangst haben. Von 1000 Gästen will dann aber bloß eine einzige Person vorzeitig abbrechen.“

 Essen mit Aussicht: Lunch in the Sky, demnächst über Köln.

Essen mit Aussicht: Lunch in the Sky, demnächst über Köln.

Foto: Veranstalter

Die Lunch-Fahrt beim Pressetermin gestaltet sich vollkommen solide und sicher. Nichts wackelt oder schaukelt. Die Tischplatten haben nicht einmal einen hohen Rand oder Vertiefungen für die Getränke. Sollte eine Gabel oder ein Glas herunterfallen, so ist der Bodenraum als Sicherheitszone abgesperrt. Es gibt Stoffservietten. Und jeder Sessel lässt sich drehen, so dass man seine Füße in der freien Luft baumeln lassen kann. Schönes Gefühl.

Hoch in der Luft, aber ohne sich zu fürchten

Acht überdachte Vierer-Tische sind auf der Plattform angeordnet, in der Mitte bereiten zwei Köche auf Induktionsplatten die Speisen zu; sie werden von zwei Servicekräften unterstützt. Die Vorbereitung der Speisen findet bei einem Catering-Partner statt, bevor die Gerichte im Live-Cooking dann oben auf der Plattform finalisiert werden. „Das ist für unsere Gäste am attraktivsten, die wollen nicht auch noch beim Zwiebelschneiden zugucken“, erklärt Moreno. „Wir haben ein festes Menü, weil wir da oben natürlich nicht à la carte produzieren können.“

Zum Schluss des Gesprächs sagt Rafael Moreno noch: „Wir sind keine Schausteller mit einer Achterbahn, die bei den Gästen Schreie auslösen möchten. Wir wollen natürlich den Thrill, hoch oben in der Luft zu sein, zu essen und die Aussicht zu genießen – aber ohne sich zu fürchten.“

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