Start der Grillsaison Worauf es beim Barbecue ankommt

Service | Düsseldorf · Die Grillsaison startet und wirft für viele Fragen nicht nur bei der Fleischwahl auf. Wir geben Tipps für Sicherheit, Nachhaltigkeit und die Umwelt.

Sonnenzeit ist Grillzeit, für viele startet die Saison demnächst.

Sonnenzeit ist Grillzeit, für viele startet die Saison demnächst.

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Pünktlich zum Frühlingsbeginn heißt es für viele: Ran an den Grill! „Angrillen“ ist ein Begriff, den man in den vergangenen Tagen wieder häufiger in sozialen Medien liest, wenn Freunde und Bekannte Bilder von reich gedeckten Gartentischen mit Würstchen, Fleisch und Gemüsespießen posten. Worauf kommt es bei einem guten Grill an? Und was gilt es beim Grillen am Rhein und im Park zu beachten?

Welcher Grill ist für wen geeignet? Das hänge auch mit der Wohnsituation zusammen, sagt Patrick Schmiedel, Geschäftsführer von Das Grillfachgeschäft in Düsseldorf: „Ein Smoker ist in der Innenstadt sicher schlecht zu gebrauchen.“ Denn Smoker garen mit indirekter Hitze, also Rauch. Für viele Kunden sei der Grill ein Lifestyle-Objekt, Kunden mit Garten oder Terrasse bauten sich heute häufig ganze Outdoor-Küchen. „Da ist meist ein Gas- oder Holzkohlegrill dabei“, sagt er. Neuester Trend sei der Pizza-Ofen. Den gibt es sowohl mit Gas als auch mit Holzscheiten oder Pellets.

Was kostet ein Grill? Einen kleinen Kugelgrill findet man im Internet oder bei Discountern schon ab 20 Euro. Beim Preis komme es darauf an, wie viel Wert der Kunde auf Produktqualität und Design lege, sagt Schmiedel: „Einen vernünftigen, hochwertigen Grill finden sie unter 500 Euro nicht.“ In der Regel seien das Drei-Brenner-Gasgrills. Luft nach oben gibt es viel: Schmiedel berichtet von Preisen bis zu 15.000 Euro. „Der Regelsatz ist das natürlich nicht. Ein Durchschnittsgrill liegt im Fachhandel bei rund 800 Euro.“ Dass Gasgrills aufgrund einer Gasmangellage verboten werden, kann er sich derzeit nicht vorstellen, da Alternativen wie Holzkohlegrills durch ihre CO2-Emmissionen auch nicht unproblematisch seien. Dem Naturschutzbund NRW ist auf Nachfrage keine Debatte hierzu bekannt.

Grillen bei einer Mietwohung – was ist auf dem Balkon erlaubt? Im Mietrecht ist das Grillen laut Mieterverein Düsseldorf nicht geregelt, Nachbarn müssen es grundsätzlich akzeptieren. Mit zwei Ausnahmen: „Ist im Mietvertrag ausdrücklich das Grillen auf Balkon oder Terrasse verboten, müssen sich Mieterinnen und Mieter daran halten. Wer das Grillverbot missachtet, riskiert im Einzelfall eine Abmahnung oder sogar die Kündigung.“ Auch ohne explizite Regelung müsse vermieden werden, dass Rauch in Nachbarwohnungen zieht. Eine Missachtung würde als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet.

Welche Verbote gibt es in Wald und Park? Der Verband der Feuerwehren (VdF) in NRW weist darauf hin, dass das Grillen in Parks und Wäldern „ausschließlich in den dafür extra vorgesehenen Bereichen erlaubt“ sei. Außerhalb dieser Bereiche bestehe eine erhöhte Brandgefahr. Laut der Stadt wird das Grillen geduldet, solange durch die Grillhitze die Grasnarbe nicht beschädigt werde – „also wenn ein Standgrill und kein flächig aufliegender Einweggrill verwendet wird“. Zudem sollte der Grasland-Feuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den betreffenden Tag maximal bei vier liegen. Dieser kann online abgerufen werden (siehe unten stehenden Link). „An den Rheinufern ist Grillen üblicherweise im Kiesbett des Rheins außerhalb der Naturschutzgebiete möglich“, so eine Sprecherin. Um Brände zu vermeiden, sollte die verbrauchte Grillkohle erst nach dem Erkalten entsorgt werden.

Sind Grills in Zeiten von Umweltbewusstsein noch vertretbar? Aus einem ZDF-Bericht vom vergangenen Sommer geht hervor, dass beim Einsatz des Holzkohlegrills 6,7 Kilogramm CO2 freigesetzt werden. Der Bericht bezieht sich auf eine Studie der Schweizer Umweltberatung Atlantic Consulting. Mit einem modernen Auto, das etwa sechs Liter Benzin verbraucht, entspräche das der Emission bei einer Fahstrecke von 50 Kilometern, heißt es dort. Beim Gasgrill würden nur 2,3 Kilogramm CO2 für eine Grillsession freigesetzt. Der wahre Klimasünder ist jedoch meist nicht der Grill, sondern das, was oben drauf liegt. „Rund 95 Prozent der beim Grillen anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht“, heißt es beim Umweltbundesamt. Mit Grillspießen aus regionalem Gemüse grillt es sich umweltbewusster. „Übrigens: Geschlossene Grills wie Kugelgrills sparen insgesamt Kohle ein und sind damit nachhaltiger“, so die Verbraucherzentrale NRW.

Wie lässt sich gefahrenlos grillen? Beim Umgang mit Feuer kann es schnell gefährlich werden. Benzin oder Spiritus dürfen nicht als Anzünder verwendet werden, so der VdF. Für Holzkohle könne man im Handel handelsübliche Anzünder kaufen. „Eine Löschdecke bereitzuhalten, ist im Falle eines Falles immer von Vorteil.“ Auch bei Alufolie ist Vorsicht geboten: Unter Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen, warnt das Umweltbundesamt: „Nach aktuellem Wissensstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine zu hohe Aufnahme von Aluminium gesundheitsschädlich ist.“ Speisen wie Tomaten oder Schafskäse sollten daher besser nicht Alufolie oder -grillschalen berühren. Alternativen sind aus Edelstahl oder Keramik.

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