Sonnenbrand vorbeugen Braucht die Haut im Frühjahr schon Sonnenschutz?

Bonn · Die Frühjahrssonne lockt viele Menschen wieder vor die Tür. Doch wie stark ist die UV-Strahlung in Bonn und der Region bereits und ab wann sollte Sonnencreme aufgetragen werden?

 Besonders Kinder gilt es vor der Sonne zu schützen. {Symbolbild)

Besonders Kinder gilt es vor der Sonne zu schützen. {Symbolbild)

Foto: DPA

Die grauen Wintermonate scheinen langsam vorbei zu sein. So kommt in Bonn und der Region immer häufiger die Sonne zum Vorschein. Doch die noch milden Temperaturen können über die UV-Intensität hinwegtäuschen. Das weiß auch der Meteorologe Karsten Brandt vom Bonner Wetterdienst Donnerwetter.de. Der UV-Index in Bonn und der Region liegt derzeit allerdings erst bei zwei, sagt Brandt. „Der UV-Index ist noch sehr schwach und daher völlig ungefährlich.“

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht bei einem UV-Index von null bis zwei noch keine Gefahren. Erst ab einem Index von drei bis fünf sei eine mittlere Gefährdung zu erwarten und Sonnenschutz aufzutragen.

Dem stimmt Julia Altengarten, oberärztliche Leiterin der Allgemeinen Ambulanz des Zentrums für Hauterkrankungen am Universitätsklinikum Bonn (UKB), zu. Auch sie empfiehlt Sonnenschutz ab einem UV-Index von drei. Bei sehr hellen Hauttypen mit rotblonden Haaren könne Sonnenschutz auch bei einem UV-Index von zwei bereits sinnvoll sein. „Das ist aber eher selten“, sagt die Dermatologin. Trotz eines noch ungefährlichen UV-Indexes empfiehlt Altengarten allerdings kein sogenanntes Vorbräunen der Haut. Bei der Pigmentierung handele es sich zwar um einen gewissen Schutzmechanismus, aber: „Bräune ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut bereits geschädigt wurde.“

Ab März kann in unseren Breitengraden in der Regel mit einem UV-Index von drei oder mehr gerechnet werden. Wetter-Apps auf dem Handy können sogar schon eine Vorschau auf die kommenden Tage geben, erklärt Altengarten. So steigt der UV-Index auch in Bonn und der Region voraussichtlich am 8. März erstmals auf drei.

Test: Sehr gute Sonnencreme für Kinder muss nicht teuer sein
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Hautkrankheiten durch UV-Strahlung

Die Haut dann ungeschützt der Sonne auszusetzen weist bereits verschiedene Risiken auf. Zu unterscheiden ist UVA- und UVB-Strahlung, erklärt Altengarten. „UVB-Strahlen bleiben weiter oben in der Haut. Das kann vor allem zu weißem Hautkrebs führen.“ Die UVA-Strahlung ist dagegen vor allem für Falten verantwortlich, da sie tiefer in die Haut eindringt. Auch die Augen können durch UV-Strahlen geschädigt werden. „Daher ist es wichtig, auf eine Sonnenbrille mit UV-Schutz zu achten“, sagt Altengarten. UVA-Strahlung kann zudem verschiedene Hautkrankheiten auslösen.

Insbesondere die Haut von Kindern braucht laut der Dermatologin einen erhöhten Schutz. „Die Haut von Kleinkindern und Säuglingen ist erheblich dünner als die von Erwachsenen.“ Sie sollten daher auch im Frühjahr nicht ohne Schutz draußen spielen.

Welche Sonnenschutzmaßnahmen gibt es?

Am besten sei es laut Altengarten, daher die Sonne zu meiden und das Verhalten anzupassen. Das bedeutet, eher morgens und nachmittags/abends draußen zu sein und nicht in der Mittagshitze, da der UV-Index um die Mittagszeit am höchsten ist. Ein bedeckter Himmel bietet übrigens keinen besonderen Schutz. Altengarten weist darauf hin, dass „trotz einer Wolkenschicht 80 bis 90 Prozent der UV-Strahlen durchkommen.“

Wer dennoch auch am Mittag viel im Freien ist, der sollte auf die richtige Sonnencreme achten. Hier sei es wichtig, auch auf ein UVA-Siegel zu achten, da sich der angegebene Lichtschutzfaktor nur auf UVB-Strahlung bezieht.

Im Frühjahr reiche eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 bis 30. Denn diese absorbiere bereits um die 95 bis 97 Prozent der UVB-Strahlen. Eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 absorbiere 98 Prozent. Daher empfiehlt Altengarten im Hochsommer, trotz einer gering scheinenden Erhöhung des Schutzes, eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50.

Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, ausreichend Sonnencreme zu nutzen. „Es wird in der Regel zu wenig aufgetragen“. So sollte ein erwachsener Mann um die 40 Gramm auftragen. Für einen ausreichenden Schutz empfiehlt Altengarten: „Am besten zwei Mal hintereinander eincremen.“

Wichtig sei es allerdings, sich nicht nur auf Sonnencreme zu verlassen, sagt Altengarten. „Denn Kleidung ist mit der beste UV-Schutz.“ Die Dermatologin empfiehlt daher in bestimmten Situationen mit deutlich erhöhtem UV-Index wie beispielsweise im Sommerurlaub auch Lichtschutzkleidung mit eingebauten Filtern. „Diese reflektieren das Licht und sorgen so für einen Lichtschutzfaktor von bis zu 80.“ Auch Oberteile aus Baumwolle aus dem eigenen Kleiderschrank können einen Lichtschutzfaktor von bis zu 20 erreichen. Als Faustregel gilt dabei allerdings laut Altengarten: „Je dunkler und dichter der Stoff, desto besser.“

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