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Forschergeist gefragt: Wie werde ich Pflanzentechnologen/in?

Forschergeist gefragt : Wie werde ich Pflanzentechnologen/in?

Saatgut und die daraus entstehenden Pflanzen ernähren die Welt. Beides muss so ertragreich und resistent gegen äußere Einflüsse wie möglich sein - ein verantwortungsvoller Job für Pflanzentechnologen.

Der Beruf vereint Natur und Technik - und genau das begeistert Ole Peters. Der 17-Jährige absolviert eine Ausbildung zum Pflanzentechnologen bei dem auf Saatgut spezialisierten Unternehmen KWS Saat in Einbeck (Niedersachsen).

Peters lernt, Saatgut etwa für Mais, Raps, Zuckerrüben oder Weizen zu entwickeln und zu züchten. „Immer wieder stehen diverse Experimente auf der Tagesordnung“, erzählt er. Nicht zuletzt das mache den Alltag im Beruf abwechslungsreich. Denn es gilt, das Saatgut zu optimieren.

Auf dem Feld und im Gewächshaus

In Versuchsreihen loten Pflanzentechnologen aus, wie Saatgut zum Beispiel noch ertragreicher werden kann oder wie Pflanzen resistent gegen bestimmte Krankheitserreger werden. Dafür erfolgen immer wieder Neuzüchtungen. Die Fachleute sind mal bei Wind und Wetter auf dem Feld, mal in Gewächshäusern und mal im klimatisierten Labor tätig.

Auch Schreibtischarbeit spielt eine Rolle, denn die Ergebnisse ihrer Arbeit müssen sie genau dokumentieren. „Sorgfalt bei der Arbeit ist ein absolutes Muss“, sagt Jürgen Held vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP).

Ausbildungsplatzbewerber sollten auch handwerkliches Geschick und Interesse an der Bedienung moderner Maschinen und Geräte mitbringen. Betriebe achten zudem auf einen Haupt- oder Realschulabschluss mit guten Noten in den Naturwissenschaften, vor allem in Biologie.

Faszinierende Entwicklungen hautnah erleben

Ole Peters arbeitet derzeit gemeinsam mit einer Züchterin an einem Optimierungsprojekt. Um was es genau geht, darf er nicht verraten. „Aber in jedem Fall ist es mega-faszinierend, bei dem Projekt mitzuarbeiten und zu sehen, wie die Dinge sich entwickeln.“ Klasse findet Peters an seinem Beruf, dass er sowohl drinnen wie draußen arbeitet. Dass das manchmal anstrengend ist, wenn zum Beispiel schwere Säcke geschleppt werden müssen, macht ihm nichts aus.

In der Regel ist zudem Teamarbeit angesagt, etwa, wenn es darum geht, ob eine Pflanze hitzebeständig oder frostsicher ist. Die Fachleute starten dann eine Versuchsreihe. Sie wählen den passenden Nährboden und setzen die Saat oder die Pflanze ein. Sie lockern den Boden auf, sorgen für die richtige Bewässerung und achten auf optimales Licht.

Sobald die Pflanzen eine bestimmte Größe erreicht haben, nehmen sie Proben, die sie im Labor chemisch oder biotechnologisch analysieren. Dabei messen sie, wie viel Hitze oder Frost die Pflanze verträgt.

Stellt sich dabei heraus, dass die Pflanze die gewünschte Eigenschaft hat, wird die Versuchsreihe dokumentiert, so hat man die Ergebnisse bei weiteren Versuchen zur Hand. Qualitätssicherung ist entscheidend, daher werden die Ergebnisse einer Versuchsreihe immer noch einmal gegengecheckt, um mögliche Fehler auszuschließen.

Teilweise mehr als 1000 Euro im ersten Ausbildungsjahr

Die Höhe der Ausbildungsvergütung hängt von Bundesland und Branche ab. Im ersten Ausbildungsjahr können angehende Pflanzentechnologen in tarifgebundenen Betrieben zwischen 580 und 1037 Euro brutto pro Monat verdienen, im dritten Jahr sind zwischen 680 und 1141 Euro möglich.

Ausgebildete Pflanzentechnologen können bei Saatgutfirmen, in landwirtschaftlichen oder gartenbautechnischen Untersuchungs- und Forschungsanstalten sowie bei Unternehmen im Bereich Pflanzenzucht arbeiten.

Ole Peters möchte zunächst seine Ausbildung erfolgreich abschließen und sich dann weiterbilden. „Ich kann mir vorstellen, eines Tages Züchtungsassistent zu sein und später Pflanzentechnologiemeister zu werden“, sagt er.

Steckbrief Pflanzentechologe/-technologin

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