1. Ratgeber
  2. Haus & Garten

Balkon oder Garten: Welche Pflanzen auch Hitze und Sonne vertragen

Blumen für Balkon und Garten : Diese Pflanzen überstehen heiße Sommertage

Viele Pflanzen gehen bei zu großer Hitze und zu wenig Wasser schnell ein. Doch es gibt einige Arten, die sich besonders in der trockenen Zeit wohlfühlen. Wir haben eine Liste mit Pflanzen zusammengetragen, die mit wenig Wasser zurecht kommen.

Viele Pflanzen brauchen an heißen Sommertagen eine ganz besondere Pflege. Die sollte meistens darin bestehen, dass die Pflanzen deutlich stärker gegossen werden als sonst. Es gibt aber auch Pflanzen, die gerade in heißen, trockenen Zeiten gut wachsen.

Ein besonderes Merkmal der Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen, ist die Blattform. „Ein gutes Beispiel dafür sind Sukkulenten“, erklärt Markus Radscheit, Technischer Leiter der Botanischen Gärten der Universität Bonn. Ihre fleischigen und teils behaarten Blätter ermöglichen es ihnen, Wasserreserven anzulegen. Von diesen zehren sie dann, wenn der Boden zu trocken ist. Ähnlich robust in Hitzezeiten sind Pfahlwurzeln. Hier handelt es sich um Pflanzen, deren Wurzeln tiefer in die Erde vordringen als das bei weniger robusten Pflanzen üblich ist. Anstatt Regenwasser aus den oberen Erdschichten zu verwenden, ziehen diese Pflanzen ihren Wasserbedarf aus den tiefer liegenden Erdschichten.

Eine weitere Pflanzengattung, die gut mit Trockenheit zurecht kommt, ist die Aufsitzerpflanze. Radscheit erläutert: „Die ursprüngliche Umgebung der Aufsitzerpflanze ist der Regenwald. Dort muss sie sowohl mit großen Regenmassen als auch mit hoher Sonneneinstrahlung zurecht kommen.“ Eine der bekanntesten Aufsitzerpflanzen ist die Orchidee. Sie findet man auch in vielen Bonner Haushalten. Nichtsdestotrotz müssen Pflanzenliebhaber aufpassen. Sukkulenten und Pfahlwurzeln gehen zwar gut mit Trockenheit um, konstant feuchte Böden vertragen sie hingegen nicht gut.

Diese Pflanzen eignen sich für den Garten

Gerade im Garten macht sich die Trockenheit im Sommer bemerkbar. Wer nicht so oft gießen will, pflanzt vielleicht lieber einige dieser Arten an:

Heimische Fetthenne

Als Staudengewächs ist sie seit den 90ern in Gärten und anderen Grünanlagen zu finden. Die heimische Fetthenne stellt nur wenige Ansprüche an ihr Beet und lässt sich so auch gut als Bodendecker einsetzen. Ihre pflegeleichte Art sorgt dafür, dass sie in Bonn häufig anzutreffen ist. Radscheit weist darauf hin, dass zum Beispiel die Stadtwerke Bonn die heimische Fetthenne häufig in der Straßenbahnführung einsetzen. Gleichzeitig bietet die Pflanze auch eine Nahrungsquelle für viele Wildbienen.

Rosmarin

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze hat es am liebsten warm und trocken. Damit übersteht gerade sie die heißen Sommertage perfekt. Im Frühjahr blüht der Rosmarin, damit bietet er eine Nahrungsquelle für verschiedene Insekten. Und ein Rosmarinstrauch hat noch andere Vorteile: Sein Duft kann sich im ganzen Garten verteilen und auch in der Küche findet man Einsatzmöglichkeiten.

Salbei

Ähnlich viele Vorteile wie Rosmarin hat Salbei. Im getrockneten Zustand kann man ihn als Tee aufgießen, doch während er in Blüte steht, ist er eine Bereicherung für jeden Garten. Die Blüten blühen in violett, weiß oder rosa. Gärtner haben hier eine große Auswahl zwischen den verschiedenen Sorten. Allen gemein ist allerdings, dass ihnen Trockenheit beinahe nichts anhaben kann.

Mohn

Wem der Sinn nach einer traditionelleren Blume steht, ist wahrscheinlich mit der Mohnblume gut beraten. Die Blume übersteht auch längere Trockenzeiten unbeschadet. Erst zu hohe Feuchtigkeit wird für diese Pflanze gefährlich, da es dann zu Pilzkrankheiten kommen kann. Aufpassen müssen Gärtner allerdings bei der Sorte Mohn, die sie anpflanzen möchten. Schlafmohn fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und darf ohne behördliche Genehmigung nicht angepflanzt werden.

Filziges Hornkraut

Ein trockener Boden und viel Sonnenschein sind die Voraussetzungen dafür, dass das Filzige Hornkraut gut wachsen kann. Im Mai entwickelt sie weiße, trichterförmige Blüten. Außerdem eignet sie sich gut für Einfassungen, da sie schnell wächst.

Mittagsblume

Dass die Mittagsblume zur Familie der Sukkulenten gehört, ist nur an den Blättern zu erkennen. Der darin angelegte Wasserspeicher sorgt dafür, dass diese Blumen nicht häufig gegossen werden müssen. Die Blüten blühen in verschiedenen Farben und die Mittagsblume mag es gerne sonnig. Damit ist sie die perfekte Pflanze für heiße Sommertage.

Dachwurz

Die einheimische Sukkulente gehört zu den bekanntesten, trockenheitsresistenten Pflanzen. Sie blüht von Juni bis August und die Blattfarben können von grün über blaugrün bis rot reichen. Wer die Pflanze außerhalb von Gärten in ihrer natürlichen Umgebung sehen möchte, muss nicht weit fahren, erklärt Radscheit. Der Dachwurz wächst zum Beispiel an den südlichen Hängen des Ahrtals.

Diese Pflanzen eignen sich für die Wohnung

Robuste Pflanzen sind nicht nur in Gärten Zuhause. Auch in Wohnungen können Pflanzen aufgezogen werden, die wenig Wasser brauchen und hohe Temperaturen schätzen.

Aloe

Eine solche Pflanze ist zum Beispiel die Aloe. Als Teil der Sukkulenten-Familie kommt sie besser mit zu wenig Wasser als mit zu viel zurecht. Die Blätter sind dick, haben an den Seiten oftmals Dornen und sind meistens grün. Besonders vielfältig einsetzbar ist die Aloe Vera. Sie ist nicht nur eine Zimmerpflanze, sondern kann auch als Heilpflanze verwendet werden.

Pfennigbaum

Der Pfennigbaum ist geformt wie ein Strauch und besitzt viele kleine, runde Blätter. Die Pflanze gedeiht besonders gut, wenn sie an einem hellen Standort mit direktem Sonnenlicht steht. Der Pfennigbaum, auch Judasbaum oder Geldbaum genannt, gilt als sehr robuste Pflanze. Sogar totale Trockenheit hat keine großen Auswirkungen auf ihr Wachstum.

Glücksfeder

Anders als die Sukkulenten speichert die Glücksfeder ihre Wasserreserven in den Stielen. An diesen Stielen wachsen dicke grüne Blätter, die je nach Sonneneinstrahlung ihre Farbe wechseln. Je dunkler der Standort der Pflanze, desto dunkler die Farbe der Blätter. Wie viele der anderen Pflanzen, hat es die Glücksfeder auch lieber zu trocken als zu feucht. Doch spätestens wenn sie die Blätter abwirft, um ihre Wasserreserven zu schonen, wird es Zeit, sie zu gießen.

Orchidee

Ob in Studenten-WGs oder bei Pflanzenanfängern, Orchideen überleben so gut wie überall. Als Aufsitzerpflanze aus dem Regenwald ist sie an harsche Bedingungen gewöhnt. Vor allem die Schmetterlingsorchidee erfreut sich großer Beliebtheit. Von Januar bis Februar und von Oktober bis Dezember blüht die Zimmerpflanze und kann dabei viele verschiedene Farben haben.

Feigen

Als besondere Zimmerpflanze eignet sich zum Beispiel ein Feigenbaum. Bei guter Pflege kann der Baum, je nach Sorte, sogar Früchte tragen. Neben einem sonnigen Platz am Fenster braucht die Pflanze nicht viel. Gießen sollten die Pflanzenbesitzer auch nur mäßig, da Staunässe schnell die Wurzeln angreifen kann.

Echeverien

Ebenfalls in die Familie der Sukkulenten fällt die Echeverie. Sie gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen. Gerade deshalb züchtete man sie als Zierpflanze. Die Pflanzen blühen zwischen Februar und Oktober und speichern, wie andere Sukkulenten, ihren Wasservorrat in den Blättern. Zum Teil sind die Blätter der Pflanze auch leicht behaart. Die Größe der Pflanze ist je nach Art unterschiedlich.