Füttern hilft beim Grillabend Was man beim Umgang mit Wespen beachten sollte

Bonn · Spätestens im Hochsommer sind sie in unseren Gärten unterwegs und auf der Suche nach Futter: Wespen. Wie man mit den Tieren umgehen sollte und was man tun kann, wenn man ein Nest am Haus hat.

 Die „Gemeine Wespe“ und die „Deutsche Wespe“ mögen gerne Süßes.

Die „Gemeine Wespe“ und die „Deutsche Wespe“ mögen gerne Süßes.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand (Archiv)

Spätestens ab dem Hochsommer können das Frühstück oder der Grillabend im eigenen Garten zur Strapaze werden - wenn sich hungrige Wespen dazugesellen. Wir haben Tipps zusammengetragen, wie man den lästigen Besuch vermeiden kann und was man tun kann, wenn man ein Wespennest am Haus entdeckt.

Der richtige Umgang mit Wespen

Der Naturschutzbund (Nabu) gibt Tipps, wie man am besten mit den Tieren umgehen kann, damit sie einen weitestgehend in Ruhe lassen:

  • Heftige Bewegungen vermeiden, damit die Tiere sich nicht bedroht fühlen.
  • Die Tiere nicht wegpusten, da sie unsere Atemluft aggressiv machen kann.
  • Die Wespen einige Meter vom Essenstisch mit etwas anderem füttern und sie damit ablenken. Wie der Nabu schreibt, hätten sich dafür besonders reife Weintrauben als hilfreich erwiesen.
  • Essen im Freien abdecken und Kindern nach dem Essen den Mund und in die Hände sauber wischen, damit keine Wespen angelockt werden.
  • Nach Möglichkeit Fliegengitter an den Fenstern anbringen, damit die Tiere nicht ins Haus gelangen.

Wespennester nicht ohne Genehmigung entfernen

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Foto: dpa/Jens Kalaene

Wespen stehen unter Naturschutz. Es ist daher verboten, ein Wespennest einfach zu entfernen. Je nach Bundesland und Wespenart ist eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro möglich. Handelt es sich um eine besonders geschützte Art, kann das Bußgeld sogar bei bis zu 50.000 Euro liegen.

Wer ein Nest entfernen (lassen) möchte, muss das daher beantragen. Zuständig sind meist die Naturschutzbehörden, manchmal aber auch das Landratsamt oder die Stadtverwaltung. Eine Genehmigung der Stadtverwaltung ist jedoch nicht notwendig, wenn das Wespennest eine Gefahr darstellt - etwa weil ein Allergiker im Haus lebt, es sich um eine besonders aggressive Wespenart handelt oder sich das Nest an einer besonders bedrohlichen Stelle befindet (zum Beispiel in der Nähe des Schlafzimmerfensters oder des Sandkastens im Garten). Ein Schädlingsbekämpfer kann dann darüber entscheiden, ob das Nest beseitigt werden darf.

Experten beauftagen, aber Wucherpreise vermeiden

Laut Verbraucherzentrale sind für das Umsiedeln von Wespen je nach Aufwand Preise zwischen 80 und 150 Euro inklusive Anfahrt üblich. Teurer werde es allenfalls, wenn beispielsweise eine Hebebühne bestellt werden müsse, heißt es von der Verbraucherzentrale. Die Versicherung Arag weist darauf hin, dass die Kosten unter Umständen an den Vermieter weitergegeben werden können. Dazu müsse allerdings eine gesundheitliche Gefährdung oder Beeinträchtigung in der Wohnungsnutzung vorliegen. Die Verbraucherzentrale rät dazu, sich an Fach- und Berufsverbände der Schädlingsbekämpfer, Stadtverwaltungen oder Umweltämter zu wenden, die bei der Suche nach Fachleuten aus dem Umkreis helfen können.

Verlangt ein Anbieter Wucherpreise von mehreren hundert Euro, rät die Verbraucherzentrale dazu, das bei der Polizei anzuzeigen. Solche hohen Forderungen sollten zudem nicht gleich an der Haustüre gezahlt werden, sondern die Rechnung sollte zuerst geprüft werden.

Was tun, wenn das Nest nicht entfernt werden darf?

Wer eine Absage der Behörde erhält und das Nest nicht entfernen darf, muss seine Terrasse oder den Garten aber nicht komplett meiden. Der Nabu empfiehlt, eine Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest der Tiere einzuhalten und ihnen nicht die Flugbahn zu versperren. Dann würden sich die Tiere nicht bedroht fühlen. Arag weist zudem darauf hin, dass Wespen nur ein Jahr lang in ihrem Nest leben. Im Winter sterben sie, dann könne das Nest problemlos entfernt werden. Wichtig sei dabei eine gründliche Reinigung des Nistplatzes, damit die nächste Generation nicht an die selbe Stelle zurückkehrt.

Der Nabu weist darauf hin, dass ein Wespennest auch von Nutzen für einen Garten sein kann. Im Umfeld gäbe es das ganze Jahr über weniger lästige Insekten. Zu den Lieblingsspeisen der Wespen gehören Schnaken, Stechmücken, Blattläuse und Bremsen.