Verein im Siebengebirge gibt Tipps Was Gartenbesitzer für den Tierschutz tun können

Siebengebirge · Gartenbesitzer können auf einfache Art einen Beitrag für die Natur, genauer für Vögel, kleine Säugetiere und Insekten leisten. Der Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge einformiert, was dafür getan oder vielmehr nicht getan werden muss.

 Es dauert nicht mehr lange, dann suchen Vögel geeignetes Nistmaterial und einen sicheren Brutplatz. Naturnahe Gärten sind dafür sehr hilfreich, sagt der Verein Tierschutz Siebengebirge.

Es dauert nicht mehr lange, dann suchen Vögel geeignetes Nistmaterial und einen sicheren Brutplatz. Naturnahe Gärten sind dafür sehr hilfreich, sagt der Verein Tierschutz Siebengebirge.

Foto: Tierschutz Siebengebirge

Im Februar geht in Parkanlagen, Gärten und Wäldern das Aufräumen los: „Das letzte Laub wird weggefegt, Bäume werden gestutzt oder gar gefällt, Hecken fast bis zum Boden niedergeschnitten oder entfernt“, heißt es in einer Mitteilung vom Tierschutz Siebengebirge. Zudem müssten Pflanzen dann manchmal Stein-Gabionen weichen, Wege würden gepflastert. Was für Gartenbesitzer unter den Begriff „ordentlich“ oder „dekorativ“ fällt, bedeutet laut Tierschutz Siebengebirge für kleine Säugetiere, Vögel und Insekten oftmals den Verlust eines Unterschlupfes, eines Schlafplatzes und damit den Verlust von Lebensraum. Oder sie finden eben erst gar keinen.

Der Tierschutz Siebengebirge appelliert: „Stein-Gabionen und Schotterstein-Beete bieten kaum Lebensraum. Bitte helfen Sie unserer Natur. Jede grüne Fläche, jede heimische Wildpflanze zählt und ist sie noch so klein“, schreibt der Verein in einer Mitteilung.

Und um noch etwas bitten die Natur- und Tierschützer: Dass Hecken und Co. im Frühjahr stehen bleiben und Gartenbesitzer sich an die im Bundesnaturschutz verankerte Regelung halten. Laut Paragraf 39 ist es verboten, „Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen“.

Bei Letzterem werden Gehölze radikal bis auf etwa 20 Zentimeter abgesägt. Auch das Zerstören von Hecken ist nicht erlaubt. Das alles dient dem Schutz von Tieren, insbesondere von Vögeln. Wer gegen das Verbot verstößt, für den kann es teuer werden: In Nordrhein-Westfalen kann das Bußgeld laut bussgeldkatalog.org zwischen 40 Euro und 12.500 Euro betragen, in Abhängigkeit davon, wie viel Hecke geschnitten wurde (bis zehn Meter, bis 100 oder über 100 Meter).

Suche nach Brutplätzen beginnt in Kürze

„In den nächsten Tagen und Wochen sind die heimischen Wildtiere auf der intensiven Suche nach geeigneten Brutplätzen in Bäumen, Sträuchern und Hecken. Gerade Letztere haben eine wichtige Bedeutung im Natur-Haushalt“, informiert der Tierschutz Siebengebirge. Hecken böten einen natürlichen Lebensraum für zahlreiche nützliche Tiere und würden zudem zu einem günstigen Kleinklima im Garten beitragen. „Sie filtern Staub, Schmutz und Abgase und wirken außerdem lärmdämpfend“, nennt der Verein weitere Vorteile dieses Grüns.

Je mehr unterschiedliche Tierarten sich in einer Hecke ansiedelten, umso wichtiger sei es, dass diese möglichst nicht gestört werden. Rotkehlchen, Grasmücke, Zaunkönig, Drossel, Heckenbraunelle, Grünfink und Dompfaff seien etwa Hecken- und Buschbrüter. Brutbeginn sei bereits in der ersten Märzhälfte. „Einige unserer heimischen Wildvögel brüten zwei bis drei Mal pro Jahr, wobei sich die Brutzeit bis August hinzieht“, so die Tierschützer.

Bei Stauden und Gräsern, die über den Winter stehen gelassen wurden und zurückgeschnitten werden, sollten Gartenbesitzer der Tierwelt zuliebe den Schnitt ein paar Tage im Garten oder auf der Terrasse an einem geschützten Platz liegen lassen, damit Insekten, die in den Stängeln und Blättern überwintert haben, noch „ausziehen“ können und nicht in der Bio-Tonne landen. Außerdem sei der Schnitt eine natürliche Futterquelle für Vögel und Igel.

Wer Fragen zu heimischen Wildpflanzen, Vogelhecken und naturnahen Gärten hat, erhält Infos bei Iris Bambach: ☏ 02644 5231, iris.bambach@tierschutz-siebengebirge.de

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