Besonders in Bad und Küche Wieso im Moment so häufig Silberfischchen zu sehen sind

Bonn · Silberfischchen sind keine besonders gern gesehenen „Mitbewohner“ in der Wohnung, obwohl sie durchaus auch nützliche Eigenschaften haben. Wo die Tierchen leben, wovon sie sich ernähren und was man gegen sie tun kann.

 Treten Silberfischchen in einem üblichen Maß auf, ist das kein Anzeichen für Unsauberkeit. Bei stärkerem Befall könnte Feuchtigkeit Schuld sein.

Treten Silberfischchen in einem üblichen Maß auf, ist das kein Anzeichen für Unsauberkeit. Bei stärkerem Befall könnte Feuchtigkeit Schuld sein.

Foto: dpa

Sie übertragen zwar keine Krankheiten und haben sogar einige positive Eigenschaften - trotzdem möchte sie wohl niemand gerne im Haus haben: Silberfischchen. Zu Gesicht bekommt man sie meist früh morgens oder in der Nacht - immer dann, wenn man in der Dunkelheit das Licht anschaltet und die kleinen Tierchen quasi überrascht. Tagsüber halten sie sich meist in kleinen Ritzen und Spalten auf, etwa hinter Fußleisten oder unter Böden. Nachts werden sie dann aktiv.

Warum treten Silberfischchen derzeit so häufig auf?

Dass man die kleinen Tierchen aktuell vermehrt sieht, hängt mit dem Wetter zusammen. Zum Überleben brauchen die Tiere eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Laut Bundesumweltamt (UBA), das auf seinen Seiten ausführlich über die Tiere aufklärt, hat die ideale Umgebung für die Silberfischchen eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 Prozent. Zudem mögen die Tierchen Wärme - idealerweise 25 bis 30 Grad. „Die letzten Wochen haben den Tieren gute Bedingungen geboten, um sich zu vermehren“, sagt Karl-Heinz Jelinek vom Nabu NRW. Die Vorliebe für Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit sind auch der Grund dafür, warum die Tierchen generell meist in der Küche und im Badezimmer angetroffen werden.

Wovon ernähren sich Silberfischchen?

Silberfischchen werden nachts aktiv und wagen sich dann aus ihren Verstecken heraus. Das dient ihnen einerseits zur Nahrungssuche und andererseits auch zur Paarung. Man könnte sagen, dass Silberfische bei der Auswahl ihrer Nahrung äußerst genügsam sind. Sie fressen sowohl Schimmelpilz als auch Hausstaubmilben, was für den Hausbewohner zum Vorteil wird. In der Küche bedienen sie sich aber auch gerne an zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln, sofern diese zugänglich sind. So fressen sie etwa Zucker, Mehl oder auch andere Backwaren. Genauso ernähren sich Silberfischchen aber auch von Leim, etwa in Büchern, von Tapetenkleister sowie Hautschüppchen und Haaren.

Hinterlassen Silberfischchen Schäden im Haushalt?

Silberfischchen fressen zwar nur kleinste Mengen - bei größerem Befall können sie aber durchaus Schäden an Büchern, Schachteln oder Textilien hinterlassen. Abgesehen haben sie es dabei auf den stärkehaltigen Leim beziehungsweise gestärkte Textilfasern. Treten die Tiere lediglich in einem üblichen Maß auf, sollten sich keine Schäden ausmachen lassen.

Wann deuten Silberfischchen auf Schimmelbefall hin?

Treten Silberfischchen in großer Zahl in der Wohnung auf, dann kann das auf Feuchtigkeit oder Schimmel im Wohnraum hinweisen. In diesem Fall sollte ein Schimmelexperte zurate gezogen werden, rät das UBA.

Treten die Tiere nur vereinzelt auf, dann ist das kein Anzeichen für einen unsauberen Haushalt. „Man muss sich dafür nicht schämen, ein paar Silberfischchen im Haus zu haben“, versichert Jelinek. Und ergänzt: „Irgendetwas Essbares finden die in jedem Haushalt.“

Wie wird man die Tiere wieder los?

Die Vermehrung von Silberfischchen kann man verhindern, indem man für die Tiere möglichst ungünstige Lebensbedingungen schafft. Das Umweltbundesamt rät dafür dazu, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung möglichst zu reduzieren. Dabei helfen können regelmäßiges Stoß- oder Querlüften und Heizen, insbesondere im Badezimmer und in der Küche. Feuchte Wände sollten durch bauliche Maßnahmen beseitigt werden. Laut UBA ist es außerdem sinnvoll, offene Ritzen oder Spalten im Haus abzudichten. Da sich Silberfischchen auch in Abflüssen aufhalten, kann es ebenfalls helfen, diese regelmäßig heiß durchzuspülen.

Zu kalt oder zu heiß mögen es die Tiere nicht: In extrem kalten oder sehr heißen Räumen überleben sie nicht. Bei einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 30 Prozent können sie sich außerdem nicht mehr vermehren. Natürliche Feinde der Silberfischchen sind zum Beispiel Ohrwürmer und Spinnen.

Das UBA empfiehlt, bei starkem Befall einen Schädlingsbekämpfer zurate zu ziehen.