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Müll am Laacher See: „Abfall-Gehege“ soll Besucher in Maria Laach sensibilisieren

Müll am Laacher See : „Abfall-Gehege“ soll Besucher in Maria Laach sensibilisieren

Benediktiner wollen Besucher mit einem „Abfall-Gehege“ für die Umwelt sensibilisieren. Das Kloster Maria Laach muss die Kosten für die Mitarbeiter und die Müllentsorgung selbst tragen.

Rund 700.000 Besucher pro Jahr verzeichnen der Laacher See und die Benediktinerabtei Maria Laach. Sie gehen spazieren, treiben Sport im Laacher-See-Gebiet, suchen die Betriebe und die Abteikirche innerhalb der Klosteranlage auf.

Menschen aus der Region, aus Deutschland, aus Europa und anderen Ländern auf der Welt zieht es an diesen vor mehr als 920 Jahren gegründeten Ort im Norden von Rheinland-Pfalz, und sie hinterlassen jede Menge Abfall.

Das Kloster als Eigentümer der Ländereien rund um den See sowie des Laacher Sees teilt mit: „Eigentum verpflichtet: Für Ordnung und Sauberkeit im größten zusammenhängenden Naturschutzgebiet in Rheinland-Pfalz zu sorgen und Gottes Schöpfung zu bewahren, ist ein Auftrag, den die Abtei gerne erfüllt.“ Die Abtei beschäftigt Mitarbeiter, die frühmorgens für Ordnung und Sauberkeit im Kloster, auf dem Besucherparkplatz und am See sorgen, bevor die ersten Besucher Maria Laach erreichen.

Kosten für Personal und Entsorgung stark gestiegen

Da das Kloster keine direkten Kirchensteuer-Zuwendungen erhält, muss es selbst die Kosten für die Mitarbeiter und die Müllentsorgung tragen. Es versucht dies mittels der Parkgebühren von je zwei Euro pro Auto und Tag, was „so gut wie nicht mehr leistbar ist“. Die Personal- und Entsorgungskosten sind stark gestiegen, da zunehmend Müll achtlos in die Natur geworfen wird und die aufgestellten Müllbehältnisse extrem „zugemüllt“ werden.

Mitarbeiter der Abtei mussten Schlauchboote abtransportieren, zerstörte Gartenstühle und Weiteres, das nicht in einem Naturschutzgebiet entsorgt werden sollte. Dazu kommt: „Hinterlassene Essensreste sorgen für ein ökologisches Ungleichgewicht im Naturschutzgebiet Laacher See. Mitunter stellen die Hinterlassenschaften der Besucher nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Hygieneproblem dar“, mahnt die Abtei.

Neuerdings flackern am See immer öfter Lagerfeuer. Zum Müll, der dann liegen bleibt, kommt die Brandgefahr, „ein großes Risiko für Natur und Menschen“. Abtei-Mitarbeiter tragen deswegen ab sofort den eingesammelten Müll in einem eigens abgegrenzten Areal auf dem Besucherparkplatz zusammen, um „sichtbar zu machen, welche Mengen und welcher Art ‚Müll‘ über die Zeit gesammelt wird“.

Die Abtei möchte die Besucher „sensibilisieren, sorgsam, wertschätzend und nachhaltig mit unserer Umwelt umzugehen.“ Ebenfalls soll die Müllsammlung veranschaulichen, welche Arbeit und Zeit es die dafür zuständigen Mitarbeiter kostet, für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.