Flutkatastrophe Abschlussbericht der Ahrtal-Ermittlungen wird nicht veröffentlicht

Koblenz/Ahrtal · Die Ermittlungen zur Ahrtal-Flut sind eingestellt worden. Das ist für die Betroffenen schwer zu verstehen. Auch der Abschlussbericht der Justiz wird nicht veröffentlicht.

Das Ahrtal ist noch immer gezeichnet von der Jahrhundertflut 2021. Die Aufnahme vom 18. April 2024 zeigt Walporzheim – mit schwerem Gerät wird hier der Wiederaufbau der Bahnstrecke vorangetrieben.

Das Ahrtal ist noch immer gezeichnet von der Jahrhundertflut 2021. Die Aufnahme vom 18. April 2024 zeigt Walporzheim – mit schwerem Gerät wird hier der Wiederaufbau der Bahnstrecke vorangetrieben.

Foto: dpa/Thomas Frey

Die Staatsanwaltschaft Koblenz wird den Abschlussbericht zu den Ermittlungen der Ahrtal-Flut nicht veröffentlichen. Die Strafprozessordnung sowie Gesetze des Strafgesetzbuches stünden dem entgegen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das geht aus einem Bericht von Justizminister Herbert Mertin (FDP) an den rheinland-pfälzischen Landtag hervor.

Die Strafprozessordnung sehe eine solche Akteneinsicht für die Öffentlichkeit nicht vor, hieß es dort. Eine Veröffentlichung könnte demnach Privatgeheimnisse, Dienstgeheimnisse und Geheimhaltungspflichten verletzen. Außerdem hätten Hinterbliebene bereits angekündigt, gegen die Einstellung der Ermittlungen vorzugehen.

Anders bewertete die Staatsanwaltschaft die Bitte, den Gutachtenauftrag zu veröffentlichen. Der Auftrag - nicht das Gutachten selbst - wurde in dem Schreiben wörtlich wiedergegeben. Justizminister Mertin hatte die Staatsanwaltschaft nach dem Rechtsausschuss im April laut eigener Aussage gebeten, die Veröffentlichung von beiden Dokumenten zu prüfen.

(dpa)
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