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Ahrtalbahn bis Adenau? - Kreisbeigeordneter Horst Gies fordert Ausbau

Kreisbeigeordneter fordert Ausbau und Elektrifizierung : Fährt die Ahrtalbahn bald bis Adenau?

Brücken, Stützbauwerke, Gleise und Unterbau der Ahrtalbahn wurden massiv zerstört. Nun spricht sich der Erste Kreisbeigeordnete dafür aus, die Bahn bis Adenau weiterzubauen.

Horst Gies (CDU), der Erste Kreisbeigeordnete im Kreis Ahrweiler, schlägt vor, die Ahrtalbahn bis nach Adenau weiterzubauen. Dafür hat er sich in einem Brief an die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) stark gemacht.

Die Teilstrecke wurde 1985 stillgelegt. Aufgrund der durchgehenden Verbindungen der Ahrtalbahn nach Bonn sei eine solche Erweiterung für Pendler aus der Verbandsgemeinde Adenau besonders attraktiv, so Gies. Er setzt sich auch dafür ein, die gesamte Ahrtalbahn klimafreundlich auszubauen: „Wir müssen den Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Ahrtalbahn dazu nutzen, die Bahn zukünftig elektrifiziert zu betreiben. Wenn das aus technischen Gründen nicht möglich ist, könnte auch ein Einsatz von Batterie- oder Wasserstoffzügen sinnvoll sein. In jedem Fall müssen die erforderlichen Planungsverfahren sehr schnell vorangetrieben werden.“

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil hatte den Ausbau der Strecke bis Adenau bereits Anfang August angeregt. In der ersten Zukunftskonferenz des Kreises waren Ideen einer möglichen Schwebebahn aufgekommen. Auch eine Streckenführung bis Blankenheim mit einem Abzweig nach Adenau wurde dort thematisiert.

Zweispurige Strecke bis Walporzheim bis Sommer 2023

Unterdessen geht aus einem internen Papier der Bahn, das dem GA vorliegt, hervor, dass eine einspurige Streckenführung auf der vorhandenen Trasse bis Walporzheim bis Ende 2021 realisiert werden kann, eine Zweispurigkeit bis Sommer 2023.

Voraussetzung für eine Terminierung des weiteren Streckenverlaufs bis Ahrbrück seien Dringlichkeitsvergaben und ein vereinfachtes Planrecht. Die Terminschiene werde aktuell erarbeitet. Neue Brücken seien für ein 100-jähriges Hochwasser (HQ 100) zu dimensionieren, historische Gewölbebrücken nicht 1:1 hochwasserresilient zu erneuern. Etwaige denkmalschutzrechtliche Anforderungen seien kaum realisierbar. Zudem müssten Umweltschutzthemen zentral koordiniert und praxisnah entschieden werden.

Bei der Flutwelle wurden acht Brücken und von Walporzheim bis Ahrbrück alle Stützbauwerke zerstört, vier Bahnübergänge wurden beschädigt, drei ganz zerstört. In Dernau und Kreuzberg wurden die Stellwerke überflutet, das in Bau befindliche elektronische Stellwerk ist komplett zerstört. 15,6 Kilometer Strecke wurden weitestgehend zerstört, auf fünf Kilometer muss der Bahnkörper komplett neu hergestellt werden.