Neue Begegnungstätte Das Hoffnungswerk ist jetzt an der Ahr zu Hause

Altenahr · Der gemeinnützige Verein „Hoffnungswerk e.V.“ eröffnet sein Begegnungscafé „nur mut“ für alle in der Seilbahnstraße. Das sind die Ziele der Organisatoren.

Neuer Anlaufpunkt: In Altenahr eröffnete jetzt der Begegnungsort des Hoffnungswerk e.V.

Neuer Anlaufpunkt: In Altenahr eröffnete jetzt der Begegnungsort des Hoffnungswerk e.V.

Foto: ahr-foto

Vor zwei Jahren hat der als gemeinnützig anerkannte Verein „Hoffnungswerk“ das von der Flutkatastrophe im Sommer 2021 stark mitgenommene Haus der ehemaligen Eisdiele in der Seilbahnstraße in Altenahr gekauft. Jetzt stellte Sascha Neudorf, Vorstand des Vereins, die sanierte Immobilie einer großen Gästeschar vor. Nach der Sanierung erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss ein durch zahlreiche Fenster erhellter Raum, das Begegnungs-Café „nur mut“. Im Untergeschoss sind Jugendräume untergebracht.

Das Café ist als Ort der Begegnung geplant, in dem jeder willkommen ist, alle Altersgruppen. Es gibt eine Speise- und Getränkekarte, man kann dort aber auch Mitgebrachtes verzehren.

Respekt für die Menschen im Ahrtal

Finanziert wurde die Immobilie samt Sanierung allein durch Spenden, Stiftungen und ehrenamtliche Arbeit, berichtete Neudorf gegenüber dem General-Anzeiger. Staatliche Hilfe sei nicht in Anspruch genommen worden. Er drückte Hochachtung vor den Bewohnern des Ahrtals aus. „Jedem, der die Flut erlebt und durchgestanden hat, gehört unser Respekt“, sagte er. „Aber dabei geht es uns um die Menschen, nicht um das Gebäude.“ Dem Hoffnungswerk sei wichtig, dass Menschen in dem Haus zusammenkommen könnten. „Wir begleiten euch gern“, sagt er und stellte die Trauma-Pädagogin Aljona Barz als „Herzstück unserer Aktivitäten im Ahrtal“ vor. Die neue Einrichtung sei „ein Begegnungsort, kein gastronomischer Betrieb, so etwas wie ein zweites Zuhause“. Er rief die Besucher auf, das Haus gemeinsam mit dem Verein zu gestalten „mit Freude, Nächstenliebe und viel Hoffnung“. Viele der Helfer der ersten Stunde des Hoffnungswerks seien mittlerweile ins Ahrtal gezogen.

„Die von der Flut stark geschädigte Immobilie erstrahlt in neuem Glanz, das erweckt die Hoffnung, dass es auch anderswo weitergeht“, sagt der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Altenahr Heinz-Wilhelm Schaumann in seinem Grußwort. Eva Flügge vom Bürgerbüro und dem Verkehrsverein Altenahr bezeichnete die sanierte Einrichtung als „bunte Blase in dem Grau“ der noch immer von Zerstörung geprägten Umgebung. Als Gastgeschenk überreichte sie Salz und Brot. Mit einem Liedbeitrag bereicherte Altenahrs amtierende Weinkönigin Jana Ludwig die Eröffnungsfeier. Vor der offiziellen Eröffnungszeremonie mit rotem Band und Schere hatte Neudorf die Gäste in einem benachbarten Zelt begrüßt.

Helfer brachten Essen und Material

Der als gemeinnützig anerkannte Verein „Hoffnungswerk“ ist mit dem Verein „To All Nations“, der einen Sitz in Bornheim unterhält, sowie der Evangelischen Freikirche Siegburg, für die Sascha Neudorf als Pfarrer bereits war, verbunden. „Evangelisation, Jüngerschaft, Gemeindebau“ sind Stichworte für „For All Nations“. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sah das Hoffnungswerk an der Ahr einen Schwerpunkt für künftige Arbeit. Vom Gelände der Freien Evangelischen Gemeinde Rheinbach aus brachten Helfer Essen, Material, Werkzeug ins Katastrophengebiet. Im von der Flut ruinierten Hotel „Zum Rittersprung“ in Altenahr gründete die Gruppe zunächst eine Wohngemeinschaft. Mit Autos brachten Mitglieder Kaffee und Kuchen in die zerstörten Dörfer. Ein Café-Bus wurde am Versorgungszentrum Altenburg stationiert. Später kam ein Bus als Indoor-Spielplatz für Kinder hinzu; ihnen widmet sich der Verein vielfältig. Außer der Katastrophenhilfe zählt das Hoffnungswerk psychosoziale Betreuung zu seinen Aufgaben.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort