Zwei Weihnachtsmärkte im kleinen Marienthal Diese Angebote gibt es im Kloster und auf dem künftigen Dorfplatz

Marienthal · Im kleinen Ort Marienthal haben am Wochenende gleich zwei Weihnachtsmärkte eröffnet. Der GA hat sich im Kloster und auf dem künftigen Dorfplatz umgeschaut – und dabei Unterschiede bemerkt.

Innerhalb der historischen Mauern des Klosters Marienthal hat der Weihnachtsmarkt begonnen.

Innerhalb der historischen Mauern des Klosters Marienthal hat der Weihnachtsmarkt begonnen.

Foto: AHR-FOTO

Ein Adventsbeginn wie in Kindertagen: die Grafschafter Felder von einer dünnen Schneeschicht bedeckt, unten im Ahrtal knackige Kälte. Freunde vorweihnachtlicher Atmosphäre ließen sich nicht davon abhalten, dem Tal einen Besuch abzustatten. Sie zog es schon am Freitagnachmittag zum Wein-Nachts-Markt ins Weingut Kloster Marienthal, das Namensgeber für das dortige flutgeschädigte Dorf ist. In dem romantisch beleuchteten Ambiente von Kirchenruine und Klostergarten verschafften sie sich einen Überblick über die Angebote an den meist überdachten Ständen – und ließen es sich gut gehen.

Die Angebote waren vielfältig oft sogar originell. Wer sich nicht ausreichend gut eingepackt hatte, fand „Kuscheltücher“, Socken, Mützen, Schals, meist in Handarbeit hergestellt. Auch an Vierbeiner war gedacht: Hundemäntel waren zu haben, auch als Maßanfertigung.

Mehr Umsatz im vergangenen Jahr

Am Samstagmittag war die Zahl der Gäste in der alten Klosteranlage noch übersichtlich, was sich auch im Kaufverhalten zeigte. „Es könnte besser sein, wir sind guten Mutes“, sagten Verkäuferinnen von handgefertigten Strickwaren. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz besser gewesen, aber andererseits: „Wir haben gute Gespräche mit netten Menschen geführt, darüber ist man heutzutage froh“, berichten die Anbieterinnen aus Königswinter.

 Besucher des Weihnachtsmarkts auf dem Marienthaler Dorfplatz sitzen am Lagerfeuer zusammen.

Besucher des Weihnachtsmarkts auf dem Marienthaler Dorfplatz sitzen am Lagerfeuer zusammen.

Foto: AHR-FOTO

Regionales war Trumpf auf dem Markt. Etwa Frischkäse von „Deutschen Edelziegen“ aus Euskirchen-Kirchheim, Wurstwaren aus Bad Neuenahr-Ahrweiler zu Preisen zwischen 3,20 bis 4,50 Euro pro Dose, aus Metall gearbeitete stilisierte Tannenbäume und Elche vom Grafschafter Metalldesigner Alfons Weber, dem man auch bei der Arbeit zuschauen konnte. In den Blick fielen adventliche Gestecke und Kränze in unterschiedlichen Farbkompositionen. Zu den Besonderheiten gehörte ein hölzerner „Brillenplatz“ aus einem creativ-store aus der Eifel. Im Angebot auch wieder Gestricktes aus Alpaka-Wolle aus Peru, die Jacken und Pullover haben in Marienthal viele Freunde.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen: Sehr begehrt aus der Küche des Weinguts waren Brote mit Raclette-Käse, Döppche-Kooche und Kalbsbratwurst. Dazu ein Glühwein für vier Euro oder ein Punsch für drei Euro. Die Kleinen waren mit „Waffel am Stiel“ (2 Euro) gut bedient, die Großen mit Apfelkuchen im Gläschen (4,50 Euro).

Neben dem Feuer in einer Nische der alten Klostermauer ließ es sich auf Strohballen fröhlich plaudern und schlemmen. Dabei zeigte sich, dass der Wein-Nachts-Markt treue Besucher hat. Etwa eine Gruppe aus Mayen, die Wein kaufen und so die Ahr unterstützen wollten, ein Kreis junger Frauen aus Siegburg, die das gesamte Wochenende für die Ahr eingeplant hatten, eine Familie aus dem Brohltal, die „selbstverständlich jedes Jahr“ dabei ist.

Gleitschirme über dem Krausberg

Szenenwechsel: Während Gleitschirmflieger am Dernauer Krausberg ihre Runden drehten, und vermutlich von oben das Treiben an der Ahr im Blick hatten, ließen es sich Gäste auf dem kleinen, nur einige Meter vom Kloster entfernten Weihnachtsmarkt auf dem künftigen Marienthaler Dorfplatz gutgehen. Den durch und durch regionalen Markt hatte der Verein „Hochwasserhilfe Marienthal“ organisiert. Dort boten etwa Flutbetroffene aus Bad Neuenahr Selbstgemachtes an, gravierte Weingläser, Schieferplatten oder Untersetzer aus Filz. Auch Flaschen mit Led-Leuchtelementen im Innern waren im Sortiment. Für neun Euro gab‘s aparte Windlichte. „Jeder soll es sich leisten können“, sagte Anbieterin Christine Littmann aus Bad Neuenahr. Mehrere Familien aus Marienthal boten Selbstgemachtes an wie Plätzchen, Schneekugeln, Schlüsselanhänger. Drei Reibekuchen gab‘s für 4,50 Euro, Strickmützen für acht bis zehn Euro.

Interessant: Schmuckelemente aus Mariensteinen aus der Ahr, die in Glas gegossen waren. Die türkisfarbenen Steine sind Schlacken der Eisenerz-Verhüttung an der obere Ahr im 15. und 16. Jahrhundert und finden sich noch immer im Gewässer. Im Angebot auch beleuchtete „Flutweinständer“: Ständer mit einer teils von Lehm überzogenen Weinflasche. „Es sollte keine Gewinnveranstaltung sein, wir haben zivile Preise“, sagte der Vorsitzende des Vereins Hochwasserhílfe Marienthal, Rolf Schmitt. Der Glühwein kostete drei Euro – einen Euro weniger als im Kloster.

Die beiden Weihnachtsmärkte in Marienthal gehen am kommenden Wochenende in die Fortsetzung: im Weingut Kloster Marienthal am Freitag, 8. Dezember, ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 12 Uhr. Der Markt der Hochwasserhilfe am Samstag und Sonntag von 10 bis 20 Uhr.

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