Rech will Vorzeigegemeinde werden Fotovoltaikanlage soll 1800 Haushalte mit Strom versorgen

Rech · Nachdem der Spatenstich für das Nahwärmenetz mit Kalter Nahwärme vollzogen ist, packt Rech das zweite große Projekt an. Die Gemeinde hat einen Arbeitskreis Energiegewinnung gegründet, der Vorarbeiten für den möglichen Bau einer Fotovoltaikanlage zur Stromversorgung für das ganze Dorf ermitteln soll. Was geplant ist.

 Die Gemeinde Rech überlegt, eine Photovoltaikanlage zu errichten, mit der das ganze Dorf mit Strom versorgt werden könnte. Standort soll der Sonnenhang „Auf dem Forst“ an der linken Seite der Ahr, oberhalb der Weingrenze werden.

Die Gemeinde Rech überlegt, eine Photovoltaikanlage zu errichten, mit der das ganze Dorf mit Strom versorgt werden könnte. Standort soll der Sonnenhang „Auf dem Forst“ an der linken Seite der Ahr, oberhalb der Weingrenze werden.

Foto: ahr-foto

Rech im Ahrtal ist auf dem Weg, eine Vorzeigegemeinde in puncto Energieversorgung zu werden. Nachdem der Spatenstich für das Nahwärmenetz mit Kalter Nahwärme vollzogen ist, packt Rech das zweite große Projekt an. Die Gemeinde hat einen Arbeitskreis Energiegewinnung gegründet, der Vorarbeiten für den möglichen Bau einer Photovoltaikanlage (PV) zur Stromversorgung für das ganze Dorf ermitteln soll. Ein denkbarer Standort ist ausgeguckt: Die Anlage könnte auf dem Sonnenhang „Auf dem Forst“ an der linken Seite der Ahr, oberhalb der Weingrenze gebaut werden.

Dort sind Flächen, auf denen Bauern und Winzer früher ihre Felder hatten. „Aber da wächst jetzt keine einzige Kartoffel mehr“, berichten Clemens Schreiner aus Rech und Rolf Schmitt aus Marienthal. Der Marienthaler leitet für die Gemeinde Rech den Arbeitskreis Energiegewinnung (der GA berichtete), Schreiner ist Mitglied in dieser Gruppe und hat schon eine Menge Vorarbeit geleistet. Denn der Weg zum Erfolg ist vermutlich nicht leicht.

Die beiden Strategen betonen allerdings, dass der Platz, auch mit PV-Anlage, vom Dorf aus nicht zu sehen sein wird und folglich für Einwohner und Touristen die Sichtachse aus dem Winzerdorf in die umgebenden Weinberge nicht gestört würde. Sie verstehen die Anlage auch als gute Ergänzung zur Nahwärme, da die Haushalte für die erforderlichen Wärmepumpen viel Strom benötigten. Der soll nicht mehr aus fossilen Brennstoffen, sondern aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Natur hat sich die Flächen zurückgeholt

Die Flächen, wo einst die Felder waren, hat sich die Natur zurück geholt, Büsche und Gras haben sich ausgebreitet. Folglich ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach den FFH-Richtlinien zu erwarten, denken die Planer. Darum wollen sie alle beteiligten Stellen, insbesondere aus der Kreisverwaltung, schon in den nächsten Monaten zusammenbringen, um zu erfahren, ob und wie die Flächen nutzbar gemacht werden könnten. Ziel wäre dann eine Anpassung des Flächennutzungsplans, für den die Verbandsgemeinde Altenahr zuständig ist, und die Aufstellung eines Bebauungsplans durch die Gemeinde Rech.

Auch über möglicherweise notwendige Ausgleichsflächen bei einem Bau der PV-Anlage hat sich die Gruppe Gedanken gemacht. Möglicherweise könnten Überflutungsflächen an der Ahr, auf denen Weinbau nicht mehr gestattet sei, herangezogen werden. Die Planer weisen darauf hin, dass mit einer PV-Anlage der Boden nicht versiegelt werde. Etwa durch Beweidung mit Schafen könnten die Flächen offen gehalten werden.

Wertsteigerung für Grundstücke möglich

Zur Größe der benötigten Fläche haben Schmitt und Schreiner konkrete Vorstellungen: sieben Hektar, was zur Versorgung von 1800 Haushalten ausreichen könnte. Die Parzellen gehören etwa 40 Recher Bürgern, einige auch der Gemeinde Rech. Durch den Bau der PV-Anlage könnten sie eine Wertsteigerung erfahren, zu einem guten Preis verpachtet werden und so den Eigentümern mehr Rendite bringen als in der Landwirtschaft üblich.

Offen ist bislang ein Betreibermodell. Ziel dabei ist, möglichst viele Recher Bürger zu beteiligen. Der Strom soll ins Netz gespeist werden, durch den Stromverkauf könnten Haushalte ihre eigene Stromrechnung reduzieren. Denkbar wäre die Gründung einer Genossenschaft, hieß es „Wir wollen die beste Möglichkeit finden“, sagen Schmitt und Schreiner. Doch bis die gefunden ist, muss noch viel Arbeit in da Projekt gesteckt werden.

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