Wiederaufbau nach der Flut Neuanfang für Hotel zur Post in Altenahr

Altenahr · Der Hotelbetrieb in dem traditionsreichen Haus wird wieder aufgenommen, wenn auch in kleinerem Rahmen. Was die Betreiber genau planen, hat der GA in Erfahrung gebracht.

Das Hotel zur Post in Altenahr arbeitet wieder. Hotelier Günter Lang (l.) lässt auch in der Küche wieder brutzeln und kochen.

Das Hotel zur Post in Altenahr arbeitet wieder. Hotelier Günter Lang (l.) lässt auch in der Küche wieder brutzeln und kochen.

Foto: ahr-foto

Für Petra und Günter Lang ist es ein Neuanfang: Nach langer Bauzeit und umfangreicher Sanierung eröffnete das Ehepaar ihr „neues“ Hotel zur Post im Herzen des stark zerstörten Weinortes Altenahr. Umgeben von den nach wie vor vorhandenen Trümmern und Zerstörungen wollen die beiden Gastro-Fachleute nun mit einem viel kleineren Hotelbetrieb als zuvor an den Start gehen. Statt der bisherigen 75 Zimmer-Herberge ist ein neugeschaffener Betrieb im ehemaligen - zum Hotel gehörenden - Gästehaus mit nur noch 20 Zimmern und guter Küche angesagt. Das auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegende in der Flutnacht schlimm verwüstete Haupthaus wollen Petra und Günter Lang nicht wieder aufbauen. Der Wiederaufbau sei zu strapaziös, das Genehmigungsverfahren zu nervtötend, die Finanzierungs- und Förderungen unzureichend, das betriebswirtschaftliche Risiko zu groß. Hinzu komme ein eklatanter Fachkräftemangel und fehlende Perspektiven, wenn es um spätere Nachfolgeregelungen gehe: „Das machen wir nicht mehr“, so der 55-jährige gelernte Koch und Hotelier, der das vor 161 Jahren eröffnete Altenahrer Gasthaus von seinen Eltern übernommen hatte, die das renommierte Haus an Ahr und Rotweinwanderweg 1963 gekauft hatten.

Eine Million Euro investiert

Rund eine Million Euro haben Petra und Günter Lang in ihr neues Hotel gesteckt. In erster Linie erwartet das Paar Wanderer, Fahrrad-Touristen aber auch Geschäftsreisende, die sich vorübergehend im Ahrtal aufhalten und eine Herberge brauchen. Im Restaurant "Post-Stube“ kann man sich zudem stärken. Günter Lang: „Dort bieten wir regionale, deutsche und internationale Küche. Und natürlich auch ausgesuchte Weine aus der Ahr-Region.“ Auch wenn es im weiteren Umfeld der Herberge noch viele Unzulänglichkeiten gebe, rechnet Lang mit einer guten Nachfrage: „Ich rechne mit einer Auslastungsquote von rund 70 Prozent“, meint der Hotelier.

Am Sonntag hatte das Gastro-Paar quasi zu einem „Tag der offenen Hotelzimmertür“ eingeladen. Insbesondere die Nachbarn aus Altenahr waren gekommen, um zu schauen, wie schön das neue Hotel geworden ist. Was mit dem gegenüberliegenden Haupthaus mit seinen 50 Zimmern geschehen wird, weiß Lang noch nicht. „Die Leitungen sind kontaminiert, das Wasser ist in jedes Rohr, jede Mauer und jeden Winkel eingedrungen. Eigentlich ist alles zerstört“, erklärt der Hotelier. Sicher sei lediglich, dass weder er noch seine Ehefrau eine Sanierung in Angriff nehmen würden. Das Haus mit seinem 1500 Quadratmeter großen Grundstück ist im Familienbesitz.