Nach Bürgermeister-Rücktritt Rat wählt Thomas Hostert zum Beigeordneten von Rech

Rech · Winzermeister könnte auch für das Amt des Ortsbürgermeisters kandidieren. Die Neuwahlen sind am 30. Juli. Aber wie geht es danach weiter mit der Nepomuk-Brücke?

Wie geht es weiter mit der von der Flut zerstörten St. Nepomuk-Brücke? Auch darüber muss der künftige Recher Ortsbürgermeister mitentscheiden, der am 30. Juli gewählt wird.

Wie geht es weiter mit der von der Flut zerstörten St. Nepomuk-Brücke? Auch darüber muss der künftige Recher Ortsbürgermeister mitentscheiden, der am 30. Juli gewählt wird.

Foto: Martin Gausmann

Nachdem Benjamin Vrijdaghs zum 30. April vom Amt des Ortsbürgermeisters von Rech zurückgetreten ist, steht das Weindorf nach weniger als einem Jahr erneut ohne Bürgermeister da. Wie berichtet, vermisste Vrijdaghs die Basis für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Rat, nachdem sieben der zwölf Mitglieder ihm ohne vorherige Absprache einen Brief zum Thema Nepomuk-Brücke überreicht hatten. Darin hatten sie gefordert, dass die Brücke – entgegen einem früheren Ratsbeschluss, an dem Vrijdaghs nicht beteiligt gewesen war - doch nicht abgerissen werden solle. In einem Bürgerbrief bezeichnete Vrijdaghs dies als „völligen Vertrauensverlust“ und stellte sein Amt zur Verfügung. Ausdrücklich sagte Vrijdaghs gegenüber dem GA, dass nicht die Querelen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ihn zum Verzicht bewogen hätten, vielmehr die Situation im Rat.

Winzer Stodden gibt Amt ab

Ein Jahr zuvor war der damalige Ortsbürgermeister des Weindorfs, Dominik Gieler, zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr gewählt worden und hatte deshalb sein Amt in Rech abgeben müssen. Als erster Beigeordneter war zunächst Winzer Gerhard Schreier in die Bresche gesprungen und hatte die Geschäfte der Gemeinde Rech geführt, bis Vrijdaghs im September 2022 zum neuen Bürgermeister gewählt worden war. Schreier wollte sich jetzt aber nicht erneut derart einspannen lassen, die Gemeinde brauchte eine andere Lösung.

Diese scheint der Rat jetzt gefunden zu haben. In seiner Sitzung am Mittwochabend gab Winzer Alexander Stodden das Amt des zweiten Beigeordneten der Gemeinde ab. Einstimmig bestimmte das Gremium in geheimer Wahl Thomas Hostert zum Nachfolger. Damit folgt er Benjamin Vrijdaghs auch als geborenes Mitglied im Verwaltungsrat der Aufbaugemeinschaft Mittelahr. Nachdem Hostert den feierlichen Amtseid abgelegt hatte, applaudierte das zahlreich erschienene Publikum. Es wird allgemein erwartet, dass Hostert auch für die anstehende Ortsbürgermeisterwahl kandidieren wird. Dafür gibt es bereits einen mit der Verbandsgemeinde abgestimmten Termin, nämlich den Sonntag, 30. Juli. Eine möglicherweise erforderliche Stichwahl wäre am Sonntag, 13. August. Der dann gewählte Ortsbürgermeister bliebe bis zum Ende der derzeitigen Wahlperiode und den landesweiten Kommunalwahlen im Frühjahr 2024 im Amt.

Thomas Hostert wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Rech gewählt.

Thomas Hostert wurde zum Beigeordneten der Gemeinde Rech gewählt.

Foto: ahr-foto

Bei der Bürgermeisterwahl im September 2022 war Hostert Vrijdaghs knapp unterlegen. Er ist 57 Jahre alt, Winzermeister, in Rech geboren, wo auch Kinder und Enkel leben, und er ist Mitglied im Gemeinderat.

Fragen rund um die Nepomuk-Brücke lassen die Gemeinde derweil nicht los. Einstimmig vergab der Rat den Auftrag zur Vermessung der Ahr in Rech Abschnitt für Abschnitt, um einen geeigneten Standort für eine neue „Nepomuk-Brücke“ zu ermitteln. Diese ist auf jeden Fall erforderlich, weil nicht die Absicht besteht das von der Flut stark beschädigte historische Bauwerk wieder zu sanieren und für den Autoverkehr fit zu machen. Folglich sind die Vermessungen Grundlage für eine Standortanalyse für ein neues Brückenbauwerk, das beide Ortsteile verbinden soll.

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