Verbandsgemeinde Altenahr Nachhaltiger Wiederaufbau ist das Gebot der Stunde

Altenahr · Nichts in der Region liegt nach der Flut 2021 so arg in Trümmern wie die Verbandsgemeinde Altenahr. Nun gibt es konkrete Leitziele, wie die Orte lebendig und attraktiv gestaltet werden sollen.

Wehmütiger Rückblick: Der Campingplatz Altenahr vor der Flut

Wehmütiger Rückblick: Der Campingplatz Altenahr vor der Flut

Foto: Martin Gausmann

Nichts in der Region liegt so arg in Trümmern wie die Verbandsgemeinde Altenahr. Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 hat nahezu alle Ortsgemeinden empfindlich getroffen. Wiederaufbau ist das Schlagwort nach eineinhalb Jahren.

Wie er gelingen soll, dazu haben die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) sich Gedanken gemacht und Sachverstand von außen hinzugezogen. So hat das Planungsbüro AS+P (Albert Speer und Partner, Frankfurt) ein Leitkonzept für den nachhaltigen Wiederaufbau und eine zukunftsweisende Entwicklung der VG ausgearbeitet, das am Mittwoch Thema im Haupt- und Finanzausschuss der VG war. Der Ausschuss nahm das Konzept einstimmig an.

Zwölf Leitziele sind vereinbart

Darin festgehalten sind zwölf „Leitziele“. Dabei geht es darum, den Wiederaufbau und die Weiterentwicklung nachhaltig zu gestalten, die Gefahren von Hochwasser für die Gebäude zu minimieren sowie beim Tourismus vor allen aktive Menschen anzusprechen und ihnen Angebote zu machen. Die Orte sollen lebendig und attraktiv gestaltet werden, der Verkehr nachhaltig, eine moderate Entwicklung von Baugebieten soll ermöglicht werden. Öffentliche Angebote sollen bedarfsorientiert ausgebaut werden, es sollen Perspektiven für die Wirtschaft aufgezeigt und Landschaft und Gewässer geschützt und gepflegt werden. Schließlich ist geplant, die Verwaltung zu stärken, zukunftsfähige Projekte zu planen, zu finanzieren und zu realisieren und bei eigenen Aktivitäten interkommunal und regional Austausch zu pflegen.

Das Konzept wurde bereits von den Planern vorgestellt und stand in anderen Ausschüssen auf der Tagesordnung. Ferner hat die VG es auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Folglich war die Diskussion im Hauptausschuss knapp. Berthold Phiesel (FDP) aus Berg nannte die Ausarbeitung eine „spannende Geschichte, weil es weit in die Zukunft reicht“. Er fragte aber an, wer den „Schlüssel“ zur Realisierung in der Hand halte, ob der Wiederaufbau angesichts der Verbandsgemeinde mit ihren zwölf selbstständigen Ortsgemeinden überhaupt gewährleistet werden könne. Auf einigen Gebieten solle die VG die Initiative ergreifen, schlug er vor. Er nannte als Beispiele die Sportplätze, da die VG bereits für die Sporthallen zuständig sei. Wie berichtet, ist die Suche nach geeigneten Flächen für Stadien im engen Tal der Mittelahr mit den steilen Hängen schwierig. Verbandsbürgermeister Dominik Gieler führte aus, dass für solch einen Fall die Ortsgemeinden ihre Zuständigkeit auf die VG übertragen könnten. Büroleiter Wolfgang Stodden bestätigte, dies sei rechtlich möglich. „Wir müssen uns zusammenraufen, das Konzept ist eher eine Absichtserklärung als ein Rechtsrahmen“, sagte Andreas Hermens (SPD). Heinz-Wilhelm Schaumann (Freie Wählergruppe) wollte nicht zu viele Kompetenzen der Ortsgemeinden an die VG delegieren. „Wenn die Bauphase vorbei ist, freuen sich die Gemeinden, dass sie noch Kompetenzen haben“, meinte er.

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