Ausschuss entscheidet über Ahrtal-Center Gibt es künftig ein neues Einkaufscenter in Bad Neuenahr?

Bad Neuenahr · Der Bau- und Planungsausschuss der Kreisstadt hat getagt und über den Neubau entschieden. Rund 30 Edeka-Beschäftigte verfolgten die Sitzung mit großer Spannung. Hat es sich gelohnt?

 So soll es aussehen: Das neue Ahrtal Center für die Kreisstadt. Die Abbildung zeigt den Entwurf aus dem nun zugestimmten Bauantrag.

So soll es aussehen: Das neue Ahrtal Center für die Kreisstadt. Die Abbildung zeigt den Entwurf aus dem nun zugestimmten Bauantrag.

Foto: Bad Neuenahr

Das war schon eine Geduldsprobe: Drei Stunden lang harrten rund 30 Mitarbeiter des bei der Flutkatastrophe an der Weinbergstraße in Bad Neuenahr zerstörten Edeka-Vollsortimenters im Ahrtal-Center samt ihrem Chef Timo Boden als Gäste im Bau- und Planungsausschuss der Kreisstadt aus – dann erst wurde ihr Thema aufgerufen. Um es vorwegzunehmen: Die Geduld wurde belohnt, denn am Ende fiel eine Entscheidung, die sich aus Sicht vieler sehen lassen kann: Der Neubau für das Ahrtal-Center wurde bewilligt.

Ein Konzept für viele Zwecke

Dem Ausschuss wurden die Planungen für ein komplett neues Gebäude vorgestellt, nachdem der Bauantrag bei der Stadt eingereicht worden war. Es war nicht der erste Aufschlag, schon einmal hatte Architekt Jörg Golly Ideen zur Neuerrichtung des Marktes vorgetragen. Damals noch mit Tiefgarage und aufgestockter Wohnbebauung versehen, fehlen diese Ideen nun im Bauantrag. Die aktuellen Preisentwicklungen im Bausektor sowie die Zinsentwicklungen hätten die neue, nun kleinere Planung bedingt, verriet der Architekt.

Der Bauantrag sieht ein sogenanntes „aufgeständertes“ Objekt vor, unter dem auf der Erdgeschoss-Ebene auf Straßenhöhe 76 Parkplätze errichtet werden. Das Gebäude darüber wird dann beinahe das gesamte Gelände einnehmen. Aus dem einst zweigeschossigen Markt wird eine eingeschossige Verkaufsebene, ohne dass sich die Verkaufsfläche großartig ändert. Waren das im alten Ahrtal-Center noch rund 1.900 Quadratmeter, so sind es im neuen Gebäude rund 1.700 Quadratmeter.

Dazu kommen eine angegliederte Bäckerei mit Café sowie Lotto- und Postannahmestelle. Zudem gibt es Räume für die Fleisch- und Wurstvorbereitung. Die notwendigen Büro- und Technikräume finden sich in einem zweiten Obergeschoss wieder, das wesentlich kleiner als das Geschoss darunter wird. Der künftige Kunde des Ahrtal-Centers wird den Markt über einen Rollsteig erreichen. Für Rollstuhlfahrer steht ein Aufzug zur Verfügung, sodass der Edeka-Markt Barrierefreiheit gewährleistet.

Der große Baukörper mit den Stellplätzen darunter bedingt, dass die bisherigen Stellplätze direkt an der Weinbergstraße wegfallen und der Gehweg wieder direkt an der Straße entlangführt. Klaus Beu (FWG) vermutete, dass diese Parkplätze außerhalb der Geschäftszeiten auch von der Nachbarschaft genutzt wurden und hinterfragte im Ausschuss, ob man sich Gedanken um die Parkplatzsituation in der Weinbergstraße machen müsse. Der Erste Beigeordnete Peter Diewald sieht keinen direkten Handlungsbedarf, es sollte nach seinen Worten abgewartet werden, wie sich die Situation entwickele.

Das Gebäude soll in Sachen Energie fast autark sein

Die energetischen Parameter hinterfragte Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) und erhielt zur Antwort, dass das Gebäude nahezu autark sein wird. Die Stromversorgung während der Geschäftszeiten werde demnach über eine überdimensionierte Photovoltaik-Anlage auf dem Dachgeschoss erzeugt. Die ebenfalls mit Strom aus dieser Anlage betriebene Wärmepumpe werde mit Abwärme aus dem Kühlsystem versehen und diene der Wärmerückgewinnung für die Heizung. Zudem wird das Dach rund um die PV-Anlage begrünt, auch die Fassade wird mit Pflanzen grün gemacht.

Nachdem die Verwaltung den Bauantrag bereits positiv bewertet hatte, erteilte der Bau- und Planungsausschuss nun einstimmig sein Einvernehmen zum Neubau, was die Edeka-Mitarbeiter mit kräftigem Applaus honorierten.