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Geschäftsbilanz des Energieversorgers: Ahrtal-Werke hoffen auf weiteres Wachstum

Geschäftsbilanz des Energieversorgers : Ahrtal-Werke hoffen auf weiteres Wachstum

Das Betriebsergebnis der Ahrtal-Werke für das Jahr 2020 bleibt hinter den Erwartungen zurück. Perspektivisch ist seitens der Unternehmensführung die Erweiterung und Erneuerung der Netze geplant.

Die Ahrtal-Werke haben im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von knapp 200.000 Euro erwirtschaftet. Rechnet man die Verlustvorträge hinzu, ergibt sich ein Bilanzverlust von rund 1,4 Millionen Euro. Dies geht aus dem Geschäftsbericht des 2010 gegründeten Energieversorgers hervor, der zu 51 Prozent der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und zu 49 Prozent den Stadtwerken Schwäbisch-Hall gehört.

Rund 13,8 Millionen Euro beträgt das Eigenkapital der Gesellschaft, die vor mehr als zehn Jahren gegründet wurde, um sich eine Unabhängigkeit von großen, marktbeherrschenden Energiekonzernen zu verschaffen und einen Einstieg in eine dezentrale, umweltschonende Energieversorgung zu starten. Das allerdings war und ist mit großen Investitionen verbunden, die sich nicht zuletzt in den aufgetürmten Verbindlichkeiten spiegeln: Mit 28,3 Millionen Euro steht das kommunale Unternehmen in der Kreide.

Ambitionierte Konzernziele

Nachdem man den Netzbetrieb für Strom (2015 gekauft von der RWE Deutschland) und Gas (2019 gekauft von der Energieversorgung Mittelrhein) übernommen hatte, gab es zunächst Rückverpachtungen: Das Gasnetz wird nach wie vor von der Energienetze Mittelrhein GmbH betrieben, das Stromnetz indes bis 2019 von der Westnetz GmbH. Seit zwei Jahren sind die Ahrtal-Werke Betreiberin des Stromnetzbetriebes.

Im Jahresbericht heißt es, dass die Marktanteile der Ahrtal-Werke weiter ausgebaut werden konnten. Insbesondere durch „die Stärkung der regionalen Verantwortung und der Entwicklung innovativer Produkte“ wolle die Gesellschaft ihren Kundenanteil in der Fernwärme-, Strom- und Gasversorgung im regionalen Umfeld von Bad Neuenahr-Ahrweiler weiter erhöhen. Es sei das Ziel, zu einem festen Bestandteil in der Wahrnehmung der regionalen Bevölkerung zu werden.

Anlagevermögen wächst kräftig

Besonders in der Fernwärmesparte habe es in 2020 umfangreiche Netzerweiterungen gegeben. Dass es im Fernwärmegeschäft trotz wachsender Vertriebserfolge ein Minus gegeben habe, führt das Unternehmen auf Umsatzeinbrüche zurück, die es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gegeben hatte. Bei zahlreichen Großkunden sei es zu vorübergehenden Betriebsschließungen gekommen. Im Stromgeschäft hatten die Ahrtal-Werke 4,47 Millionen Euro erzielen können, in Gasgeschäft betrugen die Umsatzerlöse knapp eine Million.

Das Anlagevermögen der Gesellschaft ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und liegt nun bei 38,5 Millionen Euro. Insgesamt sieht das Unternehmen Umsatz- und Wachstumspotenziale im Vertrieb von Strom-, Gas- und Fernwärmeprodukten. „Insgesamt wächst die Gesellschaft im Bereich ihrer bestehenden Geschäftsfelder kontinuierlich weiter“, so die Geschäftsführer Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz im Jahresbericht, der am Montagabend dem Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vorgelegt wird.

Für 2021 erhoffe man sich wieder ein positives Jahresergebnis. Schwerpunkte der Investitionen lägen in der Erweiterung und Erneuerung der Netze sowie im Ausbau der Kraftwerksanlagen. Und: Auch die Übernahme weiterer Netze könnten einen Beitrag dazu leisten, „zukünftig weiterhin stabil positive Ergebnisse zu erzielen“.