Bilanzverlust : Ahrtal-Werke schließen mit Minus ab

Ein Jahresfehlbetrag von rund 200.000 Euro lässt den Bilanzverlust der Ahrtal-Werke nunmehr auf 1,4 Millionen Euro ansteigen.

Der Rat der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat dem Jahresabschluss der stadteigenen Ahrtal-Werke für 2020 zugestimmt. Ein Jahresfehlbetrag von rund 200 000 Euro lässt den Bilanzverlust nunmehr auf 1,4 Millionen Euro ansteigen. Aufsichtsrat und Geschäftsleitung des Energieversorgers wurden entlastet.

Für die Ahrtal-Werke, die zu 51 Prozent der Stadt und zu 49 Prozent den Stadtwerken Schwäbisch Hall gehören, war das Jahr 2020 geprägt von externen Einflussfaktoren wie der Corona-Pandemie, dem Einbruch der börsennotierten Strom- und Gaspreise, aber auch einer milden Witterung. Die eigentlich angestrebten positiven Ergebnisse wurden daher nicht erreicht.

Dabei lief es ganz gut im Stromgeschäft: Der Kundenbestand wurde im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent erhöht. Im Gasvertrieb blieb das Spartenergebnis hingegen hinter dem prognostizierten Wert zurück.

Auswirkungen der Pandemie machen positive Entwicklung zunichte

Unbefriedigend blieb auch das Ergebnis in der Sparte Stromnetz. Dies begründet die Geschäftsführung vor allem mit geringeren Netzentgelten. Das Ergebnis in der Sparte Gasnetz wurde dagegen erheblich gesteigert. Ursächlich hierfür waren höhere Einnahmen aus Pachtentgelten. Die Fernwärmesparte war geprägt durch Netzerweiterungen. Damit einhergehend sei auch der Vertriebserfolg gesteigert worden. „Die Auswirkungen der Pandemie machten diese positive Entwicklung jedoch zunichte, da der Marktpreis für Endkunden verfiel und sich die Abnahmemengen mehrerer Großkunden maßgeblich reduzierten“, teilte das Unternehmen mit.

Im Jahr 2020 habe die Gesellschaft ihre Kraftwerke und Erzeugungsanlagen weitgehend störungsfrei betrieben, hieß es weiter. Nach pandemiebedingten Verlusten zu Jahresbeginn konnte das Unternehmen durch eine angepasste Vermarktungsstrategie im Jahresverlauf ein positives Spartenergebnis erwirtschaften.

Die Eigenkapitalquote betrug Ende des Geschäftsjahres 2020 31,8 Prozent, die Bilanzsumme stieg von 40,4 auf 43,5 Millionen Euro an. Gestiegen ist auch das Sachanlagevermögen, das nun bei 38,4 Millionen Euro liegt. Gründe hierfür sind die Investitionen in Erzeugungsanlagen und Netze, nämlich in das Strom- und Fernwärmenetz. Allerdings stiegen auch die Verbindlichkeiten.

Nach dem pandemiebedingten Einbruch 2020 erwartete die Geschäftsführung für das laufende Jahr eigentlich einen Aufschwung mit einem positiven Ergebnis. Welche Auswirkungen nun die Flutwelle haben wird, ist noch offen. Es kam zu großen Schäden am Fernwärme- und Stromnetz. „Die Auswirkungen für die Ahrtal-Werke GmbH lassen sich auch heute, vier Monate nach dem Schadensereignis, wegen der Quantität und Komplexität der Schäden noch nicht abschließend bewerten“, teilte die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. Die Geschäftsführung gehe zwar davon aus, dass die Schäden im Wesentlichen über Versicherungsleistungen und Sofortmaßnahmen des Bundes und des Landes erstattet würden, jedoch existierten noch viele offene Fragen. So sei ungeklärt, wer die Gegenleistung für die ohne Zähler abgenommenen Strommengen erbringe.