Verbesserter Schutz für Ahrweiler Ahrtorbrücke wird möglichem Hochwasser angepasst

Ahrweiler · Die Ahrtorbrücke bekommt ein asymmetrisches Gesicht: Der Pfeiler steht nicht mehr in der Mitte des Flusses. Dies dient dem verbesserten Hochwasserschutz. Was sonst noch in Ahrweiler geplant ist.

Die Carl-von-Ehrenwall-Allee in Ahrweiler soll nach der Flut wiederhergestellt werden.

Die Carl-von-Ehrenwall-Allee in Ahrweiler soll nach der Flut wiederhergestellt werden.

Foto: ahr-foto

Verbesserter Hochwasserschutz im Ahrtal ist angesagt. Für die Kreisstadt heißt das: Ein Hochwasser des Ausmaßes HQ100 mit einem Volumen von 505 Kubikmetern pro Sekunde soll schadlos durch den Bereich der Stadt fließen können. Es bedarf umfangreicher Maßnahmen, um dies zu erreiche, wie etwa eine veränderten Carl-von-Ehrenwall-Allee und eine andere Ahrtorbrücke. Wie sich die Planer diese beiden Maßnahmen vorstellen, erfuhr nun der Ahrweiler Ortsbeirat. Rund 50 Besucher interessierten sich ebenfalls für die Wiederaufbaumaßnahmen.

Jens Heckenbach, dessen Büro Planning gemeinsam mit dem Büro Terporten aus Ahrweiler am Wiederaufbau der zerstörten Ehrenwall-Allee arbeitet, erläuterte das künftige Aussehen der Carl-von-Ehrenwall-Allee. Der Verlauf wird sich nicht ändern, die Straße ist weiterhin an die Grundstücksgrenze der Ehrenwall’schen Klinik angelehnt. Die Fahrbahnbreite liegt bei 4,25 Metern, es folgt ahrseitig ein 2,20 Meter breiter Grünstreifen und ein zwei Meter breiter Gehweg. In den Grünstreifen werden 32 Bäume verschiedener Arten gesetzt, die nach wenigen Jahren bis zu 25 Meter hoch werden sollen. „Die Allee wird dadurch vitaler und resilienter, zum Einsatz kommen Esche, Traubeneiche, Silberlinde und Zerr-Eiche“, so Heckenbach. Die Böschung werde hingegen wegfallen, dafür soll eine Bohrpfahlwand errichtet werden, die mit Naturstein verblendet wird und bei Hochwasser als Prallwand dient. So erhält die Ahr mehr Platz, um sich auszudehnen. Die Mauer wird 390 Meter lang. Baubeginn soll im Herbst 2024 sein. Die Bauzeit soll 14 bis 16 Monate betragen, währenddessen werde kein Fahrzeugverkehr möglich sein. Die Kosten für Straße und Wand belaufen sich auf 14,7 Millionen Euro. Für den Fahrradverkehr ist die Mitnutzung eines Dienstwegs am Fuße der Mauer in Planung, der ins Radwegekonzept der Kreisstadt integriert werden soll.

Bei normalem Wasserstand nicht in der Ahr

Ein neues Gesicht wird auch die Ahrtorbrücke erhalten, wie Karl-Josef Schellen und Marco Flerus vom Sinziger Projektbüro Wiederaufbau des Landesbetriebs Mobilität (LBM) erläuterten. Die Vorplanung geht von nur noch einem Brückenpfeiler aus, der dazu nicht in der Mitte der Brücke steht, so dass es zu einer asymmetrischen Feldeinteilung der Brückenteile kommen wird. Bei normalem Wasserstand wird der strömungsgünstige Pfeiler nicht in der Ahr stehen. Auf der 58 Meter langen Brücke sind zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,25 Metern Breite geplant, dazu zwei Fahrradstreifen sowie zwei Gehwege von jeweils zwei Metern Breite. In den Kurven im Anschluss an die Brücke wird der Radstreifen durch ein Hochbord zur Fahrbahn hin geschützt. Die Geländer der Brücke klappen bei Überflutung weg.

Während der Ortsbeirat die Planungen zur Kenntnis nahm, gab es vor allem von Ortsausschussmitglied Matthias Bertram immer wieder Nachfragen zur Sicherheit in den aktuell nicht vorgestellten Bereichen, wie dem Kurvenbereich zwischen Carl-von-Ehrenwall-Allee und Ahrtorbrücke, wo eine Auffahrt für Radfahrer vom tief liegenden Radweg auf die Brücke gebaut werden soll. Auch wollte Bertram wissen, ob sich Wasser über das Gebiet „Auf Ergen“ und über den Mühlenteich den Weg in die Stadt suchen könnte. Auch hier werde es eine Mauer geben und der Teich im Bedarfsfall über ein Wasserschott vom Wasserzulauf abgeschnitten, so die Antworten.

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