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Wiederaufbau nach der Flut: Ahrweiler Freibad will im Juni öffnen

Wiederaufbau nach der Flut : Ahrweiler Freibad will im Juni öffnen

Bis zur Öffnung gibt es noch viel zu tun, aber der Betreiber der Ahrweiler Freibads ist zuversichtlich irgendwann im Juni wiedereröffnen zu können. Die Edelstahlwanne des Beckens hat bei der Flut nur einige Dellen abbekommen.

In den vergangenen Tagen näherte sich das Thermometer erstmals in diesem Jahr der 30-Grad-Marke. Das ruft Sport- und Hobbyschwimmer auf den Plan, die die Freibadsaison herbeisehnen. Nur wird das in diesem Jahr im Ahrtal schwierig: das Schwimmbad in Bad Bodendorf ist zerstört, das TWIN in Bad Neuenahr liegt in Trümmern und auch die Ahr-Thermen warten eher auf den Abrissbagger als auf eine Sanierung. Einen Lichtblick gibt es: das Ahrweiler Freibad.

Dort soll der Betrieb ab Sommer wieder möglich sein, machten die Stadt als Eigentümer und Betreiber Elmar Scholzen in einer gemeinsamen Presseerklärung im Februar deutlich. Jetzt wurde es konkreter: „Im Juni soll wiedereröffnet werden“, sagt Scholzen. Ob am Monatsanfang, in der Mitte oder am Ende? Schwer zu sagen, dafür gäbe es viele Unwägbarkeiten, auf die der Betreiber keinen Einfluss hat. Das können personelle Probleme bei den vor Ort ausführenden Firmen sein, aber auch die Materialknappheit.

Schaut man aktuell in der Ahrweiler Straße „Am Schwimmbad“ vorbei, sieht man sehr geschäftiges Treiben an allen Ecken und Kanten des Familienbades. Metallbauer setzen Tore und Türen ein, reparieren Zäune oder Sicht- und Schallschutzwände. Auf den Liegewiesen laufen Beregnungsanlagen. Gärtner bepflanzen die zahlreichen Beete mit Blumen und Sträuchern. Überall wird gehämmert und gesägt. Doch das Gebäude deutet noch so gar nicht auf eine Wiedereröffnung hin. Hier musste ein Anbau erneuert werden, nachdem wohl ein schwimmendes Auto eine Seitenwand eingedrückt hatte. Aktuell sind Maurer noch mit Restarbeiten beschäftigt und bereiten die Baustelle für die nachfolgenden Gewerke vor. Elektriker klopfen Schlitze und verlegen erste Leitungen. Auf der Baustelle ist man zuversichtlich, die vorgegebenen Zeitfenster halten zu können, auch wenn sich das dem Auge des Laien so nicht erschließt.

Die Flut hatte Sanitäreinrichtungen, Umkleiden, den Kioskinhalt und die Solaranlage mitgerissen

Rund um das Ahrweiler Freibad deutet immer noch eine Menge auf die Katastrophe vom vergangenen Juli hin. Den benachbarten Sportplatz gibt es nicht mehr. Von der einstigen Rad- und Fußgängerbrücke über die Ahr sind nur noch Trümmer zu sehen. Einzelne Häuser in der Straße haben immer noch keine Fenster und Baulücken zeigen, dass hier auch Gebäude abgerissen werden mussten. Auch das Bad war massiv betroffen. Das Wasser hatte Sanitäreinrichtungen, Umkleiden, den gesamten Kioskinhalt und sogar die Solaranlage mitgerissen. Auch die Wasseraufbereitungsanlage wurde zerstört.

Nach der Flut lag alles voller Schlamm, Unrat und Holz. Die Edelstahlwanne bekam auch einige Dellen ab. Aber sie blieb dicht. Und die große Rutsche schien nach der Flut trotzend über allem zu thronen. Nicht nur deshalb fasste Elmar Scholzen den Beschluss, alles wieder aufzubauen. Mit der Stadt einigte man sich auf die Verlängerung des Pachtvertrags. Seitdem wird hart gearbeitet. Den Schaden hofft man, komplett über den Wiederaufbaufonds abwickeln zu können, die Stadt muss demnach über den vereinbarten Betriebskostenzuschuss finanziell nicht mehr tätig werden.